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Medizin

Studie empfiehlt Alzheimer-Prävention

Dienstag, 15. Juli 2014

London – Rund ein Drittel aller Alzheimer-Erkrankungen könnte durch modifizierbare Risikofaktoren verursacht werden. Forscher um Sam Norton vom King´s College London berichten in Lancet Neurology über die wichtigsten modifizierbaren Risikofaktoren, die mögliche Ansatzpunkte bilden, um die künftige Neuerkrankungsrate zu senken (http://dx.doi.org/10.1016/S1474-4422(14)70136-X ).

Die Zahl der Alzheimer-Erkrankungen könnte sich laut der Forscher bis 2050 verdrei­fachen. Angesichts fehlender kausaler Therapiemöglichkeiten sei Prävention besonders wichtig. „Wenn durch entsprechende Maßnahmen die Erkrankung bei den über 60-Jährigen um auch nur ein Jahr hinaus gezögert werden könnte, wäre die Anzahl der Erkrankten im Jahr 2050 um elf Prozent geringer“, so die Wissenschaftler. Mit ihrer Studie wollten sie untersuchen, inwiefern die Reduktion einzelner Risikofaktoren die Zahl der Neuerkrankungen reduzieren könnte.

Die Forscher stützten ihre Studie auf die Ergebnisse von Metaanalysen, welche den Einfluss von insgesamt sieben modifizierbaren Risikofaktoren auf die Entwicklung der Alzheimer-Erkrankung untersuchten. Dazu gehörten körperliche Inaktivität, Rauchen, Hypertonie und Übergewicht im mittleren Lebensalter, ein niedriges Bildungsniveau, Diabetes und Depression.

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Die Arbeitsgruppe nutzte die relativen Risiken der Metaanalysen, um den Anteil der Erkrankungen zu errechnen, welche auf die einzelnen Risikofaktoren zurückgehen (population attributable risk (PAR).

Weltweit gesehen, war ein niedriges Bildungsniveau der stärkste Risikofaktor für die Entwicklung der Alzheimer-Erkrankung. Das attributale Risiko betrug 19,1 Prozent (95 Prozent CI =12,3-25,6). Für Europa, Großbritannien und die USA war hingegen mit rund 20 Prozent körperliche Inaktivität der wichtigste vermeidbare Risikofaktor. Die Forscher errechneten, dass insgesamt 28,2 Prozent aller Erkrankungsfälle auf alle sieben Risiko­faktoren zurückgehen. Dies sind für das Jahr 2010 9,6 Millionen der geschätzt 33,9 Millionen Erkrankungsfälle.

Die Wissenschaftler errechneten weiter, dass bei einer Reduktion jedes Risikofaktors von etwa zehn Prozent pro Dekade bis 2050 weltweit 8,3 Prozent aller Erkrankungen verhindert werden könnten.

In der Reduktion vaskulärer Risikofaktoren, Depressionsbehandlung und Prävention sowie eine Verbesserung des Bildungsniveaus sehen die Forscher die vielversprechendsten Ansatzpunkte. Neuere Forschungsergebnisse hätten bereits ergeben, dass in Europa die altersspezifische Prävalenz von Demenzerkrankungen bereits rückläufig ist, besonders in der Gruppe der über 90-Jährigen. Die Wissenschaftler sehen hier ein mögliches Indiz, dass die Verbesserung der vaskulären Gesundheit bereits erste Erfolge zeigt. © hil/aerzteblatt.de

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