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Medizin

Vorhofflimmern: Bereits moderater Alkoholkonsum erhöht Risiko

Mittwoch, 16. Juli 2014

dpa

Stockholm – Bereits ein alkoholisches Getränk am Tag erhöht das Risiko, an einem Vorhofflimmern zu erkranken. Dies zeigen eine Kohortenstudie und eine Meta-Analyse im Journal of the American College of Cardiology (2014; 64: 281-289).

Alkohol gilt schon seit längerem als Risikofaktor für das Vorhofflimmern, das mit einer Prävalenz von 10 Prozent bei den über 65-Jährigen eine häufige Alterserkrankung ist. Bisher gingen die Kardiologen jedoch davon aus, dass das Risiko erst bei regelmäßigem Konsum von mehreren alkoholischen Getränken am Tag steigt.

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Dies war auch zunächst das Ergebnis von Susanna Larsson vom Institut für Umwelt­medizin am Karolinska Institut in Stockholm. Die Forscherin hatte die Angaben von 79.016 Erwachsenen, die 1997 – damals im Alter von 45 bis 83 Jahren – unter anderem nach ihrem Alkoholkonsum befragt worden waren, mit späteren Krankenhausdiagnosen in Verbindung gesetzt. In den zwölf Jahren seit der Umfrage erkrankten 12.554 Teil­nehmer am Vorhofflimmern, was einmal mehr die hohe Prävalenz der Herzrhyth­musstörung zeigt.

Larsson fand die erwartete Assoziation zwischen Alkoholkonsum und Vorhofflimmern. Dabei zeigte sich eine Dosis-Wirkungsbeziehung, die in epidemiologischen Unter­suchungen als Hinweis auf eine Kausalität gewertet wird. Schon ein bis sechs Drinks in der Woche erhöhten das Risiko um ein Prozent, bei sieben bis 14 Drinks in der Woche stieg es um 7 Prozent und bei 15 bis 21 Drinks um 14 Prozent. Schweden, die pro Woche mehr als 21 Drinks konsumierten, erkrankten zu 39 Prozent häufiger am Vorhofflimmern. Statistisch signifikant war das Ergebnis erst ab einer Menge von 15 bis 21 Drinks pro Woche.

Dies änderte sich in einer Meta-Analyse, die neben der aktuellen Untersuchung sechs frühere Studien einbezog. Jetzt war bereits ein alkoholisches Getränk pro Tag mit einem signifikanten Anstieg des Risikos um 8 Prozent assoziiert, bei zwei Getränken am Tag stieg es um 17 Prozent und bei drei um 26 Prozent. Schweden, die vier Drinks am Tag konsumieren, erkranken zu 36 Prozent häufiger und bei 5 Getränken tritt das Vorhofflimmern zu 47 Prozent häufiger auf.

Bei dieser Analyse waren bereits Personen ausgenommen, die sich regelmäßig betrinken. Dieses „Binge drinking“ ist wegen der toxischen Wirkung von Alkohol auf Herzmuskel und Reizleitungssystem ein biologisch plausibler Risikofaktor.

Merkwürdig war, dass das Risiko nur für den Konsum von Wein und Spirituosen zu bestehen scheint, nicht aber für Bier. Larsson vermutet, dass Bier regelmäßiger getrunken wird als Wein und Spirituosen, die häufig nur am Wochenende und dann in größerer Menge konsumiert werden. © rme/aerzteblatt.de

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