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Politik

Homöopathie: Patienten schätzen ärztliche Zuwendung mehr als Globuli

Mittwoch, 16. Juli 2014

Berlin – Patienten suchen einen homöopathischen Arzt auf, weil „anderswo keine Besserung erzielt worden war“, sie sich „einen Arzt mit mehr Zeit wünschen“ oder sie „diese Form der Behandlung einmal ausprobieren wollten“. Das geht aus dem neuen Gesundheitsmonitor der Bertelsmann Stiftung „Homöopathie in der gesetzlichen Krankenversicherung“ hervor. In den Antworten klinge schon an, dass es eher eine Unzufriedenheit mit der Schulmedizin sei, die Patienten zu Ärzten gehen lasse, die homöopathisch arbeiten, vermuten die Autoren.

Für den Gesundheitsreport hat die Bertelsmann Stiftung zum einen Versicherte der Barmer GEK befragt, die sich entweder in einen Homöopathievertrag ihrer Kasse mit dem Deutschen Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) eingeschrieben haben, oder bei denen in den letzten zwei Jahren eine Erstanamnese im Rahmen von Facharztverträgen mit den Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) abgerechnet wurde, und zum anderen Versicherte, die nicht homöopathisch behandelt werden.

Positive Bewertung der Homöopathie folgt aus ausführlichem Arztgespräch
Ergebnis: Patienten, die sich von einem Homöopathen behandeln lassen, sind häufiger mit ihrem Arzt zufrieden. „Obwohl alle Ärzte recht gut beurteilt werden, schneiden die homöopathischen Ärzte bezüglich des Arztkontaktes besser ab: Sie hörten besser zu, gingen besser auf Fragen der Patienten ein und nahmen häufiger Rücksicht auf deren Sorgen und Ängste“, heißt es in dem Gesundheitsmonitor.  

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Der wissenschaftliche Streit darüber, ob Homöopathie überhaupt wirken könne, spiele bei der Bewertung einer homöopathischen Behandlung keine ausschlaggebende Rolle, so die Autoren weiter. Denn wichtig für die positive Einschätzung der Homöopathie seien den Patienten vor allem Faktoren wie die Zugewandtheit des Arztes und das ausführliche Gespräch, also die nicht-arzneilichen Komponenten.

„Zu diskutieren wäre“, meinen die Autoren, „ob die fundierte ‚schulmedizinische‘ Behand­lung mit einer zeitlich ausreichenden und umfangreichen Befunderhebung, die sowohl die akuten Beschwerden, die Entwicklung der Erkrankung als auch die Lebensumstände der Patienten stärker mit einbezieht, zu mehr Patientenzufriedenheit und zu besseren Ergebnissen in der Behandlung führen könnte.“

Vor allem Frauen lassen sich homöopathisch behandeln
Wie aus dem Gesundheitsmonitor hervorgeht, sind es vor allem Frauen, die sich homöopathisch behandeln lassen. Von den insgesamt knapp 2.000 Versicherten der Barmer GEK, die sich in den Homöopathievertrag mit dem DZVhÄ eingeschrieben haben, sind 83 Prozent Frauen. Ähnlich hoch ist der Anteil unter den Versicherten bei den Facharztverträgen. In der Gruppe, die nicht homöopathisch behandelt wurde, lag der Frauenanteil bei 57 Prozent.

Unterschiede gibt es auch in der Schulbildung: Während bei den Patienten, die homöopathisch behandelt wurden, 44 Prozent mindestens einen Fachhoch­schulabschluss besitzen, lag dieser Wert in der Vergleichsgruppe bei 35 Prozent. © fos/aerzteblatt.de

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