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MHH weist auf Gefahr durch peripartale Herzschwäche hin

Mittwoch, 16. Juli 2014

Hannover – Nach der vollständigen Genesung der Landtagsabgeordneten von Bündnis 90/Die Grünen in Niedersachsen, Julia Hamburg, von einer peripartalen Kardiomyopathie (PPCM) haben Ärzte der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) auf die Gefahren durch diese Herzerkrankung hingewiesen. „Diese schwere Erkrankung des Herzens tritt ohne Vorwarnung im letzten Schwangerschaftsmonat oder in den ersten Monaten nach der Geburt auf. Binnen weniger Wochen kann sie zum schweren Herzversagen und sogar zum Tode führen“, sagte der Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie der MHH, Johann Bauersachs.

Zu den Symptomen der Erkrankung gehören Abgeschlagenheit, Atemnot, Husten, Gewichtszunahme, besonders durch Wassereinlagerungen in Armen und Beinen, sowie Herzrasen. „Obwohl die Symptome bekannt sind, wird die Erkrankung oft nicht diagnostiziert, weil sie von dem vor oder nach der Geburt oft eingeschränkten Wohlbefinden überlagert werden oder für andere Krankheiten gehalten werden“, erläuterte Denise Hilfiker-Kleiner aus der Klinik. Die PPCM-Erkrankung ist ihr Forschungsschwerpunkt. Sie weist daraufhin, dass eine von tausend Schwangeren betroffen ist.

Julia Hamburg hatte einen normalen Schwangerschaftsverlauf und erlebte eine unkomplizierte Spontangeburt. Nichts deutete auf eine Erkrankung hin, bis sie sich zusehends müder und abgeschlagen fühlte. „Ich war schwach und müde, dachte aber, das käme von der Geburt und den schlaflosen Nächten“, beschrieb Hamburg ihr Befinden in den Wochen nach der Geburt.

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Nach der Diagnose in der MHH-Klinik erholte sich die Pumpfunktion des Herzens im Verlauf der nächsten Monate unter einer medikamentösen Therapie. „Gut die Hälfte der erkrankten Frauen erholen sich wieder komplett von dieser Erkrankung. Wir konnten durch die richtige Verbindung verschiedener Therapieansätze auch Frau Hamburg erfolgreich behandeln“, sagt Bauersachs und betont: „Frau Hamburg ist nun wieder voll leistungsfähig.“

Hormon Prolactin möglicherweise Auslöser
Hilfiker-Kleiner hat mit ihrem Team das Hormon Prolactin als einen möglichen Auslöser der Erkrankung ausgemacht. Während der Stillzeit sorgt Prolactin für die Muttermilch­produktion, ein Spaltprodukt des Hormons hat aber eine extrem gefährliches Potenzial: Es schädigt die Herzmuskelzellen und könnte so die Kardiomyopathie auslösen. Derzeit untersucht die MHH in einer klinischen Studie gemeinsam mit anderen Krankenhäusern in Deutschland, ob eine vollständige Blockade des Prolactins mit dem Abstillmedikament Bromocriptin zusätzlich zur Standardtherapie der Herzinsuffizienz die Heilung fördert. © hil/aerzteblatt.de

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