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Politik

Nach UN-Gipfel: Fachgesellschaft fordert mehr Anstrengungen in der Prävention

Mittwoch, 16. Juli 2014

Berlin/New York – Bei der Prävention von Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Diabetes liegt Deutschland deutlich hinter der internationalen Entwicklung zurück. Das berichtet die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) nach dem „Gipfel gegen nichtübertragbare Krankheiten“, der in der vergangenen Woche in New York im Rahmen der UN-Generalversammlung stattfand. „Viele Länder haben inzwischen bevölkerungsweite Maßnahmen ergriffen, um die Risikofaktoren dieser Krankheiten, die mehr als 80 Prozent aller Todesfälle verursachen, zu reduzieren“, berichtet die DDG.

Nach einem Appell der Leiterin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Margaret Chan, beschloss die UN-Generalversammlung, dass die Staaten bis zum kommenden Jahr nationale Ziele entwickeln und nationale Pläne aufstellen sollen, um die vorzeitige Sterblichkeit durch chronische Krankheiten bis 2025 um ein Viertel zu senken.

Bei der Debatte berichteten Ländervertreter über Maßnahmen, mit denen sie das Auftreten von nichtübertragbaren Krankheiten zurückdrängen wollen. Mehrere südamerikanische Länder haben nach eigenen Angaben beispielsweise mit der Brotindustrie Vereinbarungen getroffen, den Salzgehalt stufenweise zu reduzieren. In Argentinien sei es so gelungen, den Salzgehalt in vier Jahren um 25 Prozent zu reduzieren.

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Brasilien habe sich das Ziel gesetzt, den Salzgehalt in Lebensmitteln um 30 Prozent in fünf Jahren zu verringern, Kanada möchte dieses Ziel bis 2016 erreichen. Etliche Länder hätten außerdem verschiedene Formen der Zucker-Fettsteuer eingeführt, unter anderem Frankreich, Finnland, Mexiko und Ungarn. Andere Länder verböten an Kinder gerichtete Fernsehwerbung, zum Beispiel Norwegen und Schweden.

„Es ist bedauerlich, dass die Bundesregierung sich an dieser Debatte im höchsten UN-Gremium nicht beteiligt und damit die Chance auslässt, von internationalen Erfahrungen zu lernen“, erklärte Dietrich Garlichs, Geschäftsführer der DDG, der an der Konferenz teilnahm.

Diesen Vorwurf dementiert das Bundesgesundheitsministerium gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt. „Deutschland wurde bei der UN-Generalversammlung zu nichtübertragbaren Krankheiten, die letzte Woche in New York stattfand, durch das Auswärtige Amt vertreten“, erklärte eine Sprecherin.

Im Rahmen des noch im Laufe diesen Jahres geplanten Entwurfes für ein Präventions­esetzes werde es auch darum gehen, gesundheitsbewusstes Verhalten besser zu fördern und die ärztlichen Vorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung von Krankheiten wie Diabetes mellitus zu stärken, so das Ministerium gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt. © hil/aerzteblatt.de

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