NewsPolitikNeue Wissenschafts­finanzierung rückt näher – Vorteile für Hochschulmedizin aber unklar
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Neue Wissenschafts­finanzierung rückt näher – Vorteile für Hochschulmedizin aber unklar

Mittwoch, 16. Juli 2014

Berlin – Das Bundeskabinett hat heute einen Gesetzentwurf beschlossen, der den Artikels 91b des Grundgesetzes ändern soll. Der Entwurf sieht vor, dass der Bund Hochschulen, einzelne Hochschulinstitute oder Institutsverbünde künftig langfristig fördern kann. Die Grundgesetzänderung gehört zu einem Gesamtpaket, auf das sich Bund und Länder Anfang Juni geeinigt hatten. Damit werden rund neun Milliarden Euro des Bundes für Bildung, Wissenschaft und Forschung frei. Unter anderem wird der Bund davon ab 2015 das BAföG vollständig übernehmen.

Ohne die jetzt geplante Grundgesetzänderung können Bund und Länder gemeinsam außeruniversitäre Forschungseinrichtungen institutionell fördern, während Hochschulen nur in Form von thematisch und zeitlich begrenzten Projekten unterstützt werden können, zum Beispiel dem Hochschulpakt zur Finanzierung zusätzlicher Studienanfänger, der Exzellenzinitiative oder dem Professorinnen-Programm.

Anzeige

„Mit der Grundgesetzänderung heben wir die Zusammenarbeit von Bund und Ländern in Wissenschaft und Forschung auf eine qualitativ neue Stufe. Bestehende Barrieren unseres Wissenschaftssystems brechen wir zugunsten einer verbesserten Zukunfts­perspektive für die Hochschulen auf“, sagte die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Johanna Wanka (CDU). Der Gesetzentwurf schaffe die Voraussetzung dafür, „den deutschen Bildungsföderalismus modern und zukunftsfähig zu gestalten“, so die Ministerin.

Wie sehr die Hochschulmedizin davon profitieren wird, ist allerdings noch unklar. „Zum Beispiel sind die 1,17 Milliarden Euro, die die Länder in Hochschulen und Schulen investieren wollen, weil der Bund ab 2015 die BAföG-Zahlungen übernimmt, bisher nicht zweckgebunden“, sagte der Präsident des Medizinischen Fakultätentages, Heyo Kroemer. Dieses Geld müssten die Medizinischen Fakultäten „sicherlich offensiv einfordern“. „Insgesamt bietet dieser Kompromiss natürlich Chancen. Entscheidend ist aber die konkrete Umsetzung“, so Kroemer. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

19. Juli 2019
Bonn/Dresden – Elf deutsche Universitäten und Universitätsverbünde dürfen künftig den Titel „Exzellenzuniversität“ tragen. Ein Gremium aus Wissenschaft und Politik kürte heute in Bonn nach einem
Elf deutsche Unis und Verbünde künftig Exzellenzuniversität
12. Juni 2019
Erlangen/Nürnberg – Der Sanierungsstau an der Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) hat sich zu einem handfesten Streit ausgeweitet. Neben Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik (SPD) und
Streit um Sanierungsstau an der Universität Erlangen-Nürnberg
7. Juni 2019
Berlin – Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Deutschland bekommen ab 2021 deutlich mehr Geld von Bund und Ländern. Dazu schreiben die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela
Hochschulen bekommen dauerhaft mehr Geld
6. Juni 2019
Berlin – Die Hochschulen in Deutschland benötigen vor allem Fördergelder für digitale Infrastruktur und neue Lehrkonzepte. Das zeigen Daten aus einer Umfrage unter den Rektoren und Präsidenten, die
Hochschulen brauchen Geld für Technik und neue Lehrkonzepte
6. Juni 2019
Schwerin – Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat mehr unbefristete Stellen für Wissenschaftler an den Hochschulen gefordert. Mit Blick auf den jüngst vereinbarten Nachfolgevertrag für
Gewerkschaft will mehr unbefristete Jobs für Wissenschaftler
3. Mai 2019
Berlin – Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Deutschland bekommen ab 2021 mehr Geld von Bund und Ländern. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) kündigte heute für die kommenden zehn
Hochschulen und Forschung erhalten ab 2021 mehr Geld
17. April 2019
Wiesbaden – Mit gut 54 Milliarden Euro haben die deutschen Hochschulen im Jahr 2017 einen Rekord bei den Ausgaben verzeichnet. Diese legten im Vergleich zu 2016 um 4,1 Prozent zu. Weitaus größter
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER