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Medizin

UNAIDS hält Ende der Aids-Epidemie bis 2030 für möglich

Mittwoch, 16. Juli 2014

dpa

Genf – Das Immunschwächevirus HIV wird sich so schnell nicht eradizieren lassen, die Epidemie der Immunschwächekrankheit Aids könnte jedoch bis 2030 weitgehend unter Kontrolle gebracht werden, heißt es im „Gap-Report“ des UN-Programms zur Aids-Be­kämpfung (UNAIDS). Voraussetzung ist allerdings ein weiterer Anstieg der Patienten, die mit antiretroviralen Medikamenten vor einer Immunschwäche geschützt werden.

Der diesjährige Situationsbericht fällt ungewöhnlich positiv aus. In den meisten Regionen der Welt sinkt die Zahl der Neuinfektionen. Im Jahr 2013 haben sich nach Schätzung von UNAIDS 2,1 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert, ein Rückgang um 38 Prozent seit 2001, als es noch 3,8 Millionen Neuinfektionen gab. Allein in den letzten drei Jahren ist die Zahl um 13 Prozent zurückgegangen: In zehn von 82 Ländern, aus denen verläss­liche Daten zur Verfügung stehen, kam es zu einem Rückgang um 50 Prozent, in 27 dieser Länder nahm die Zahl sogar um 75 Prozent ab.

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Positive Entwicklung bei Kindern
Besonders günstig ist die Entwicklung bei den Kindern, die sich in der Regel während der Geburt infizierten: 2013 gab es noch schätzungsweise 240.000 Neuinfektionen, 58 Prozent weniger als 2002, als sich 580.000 Kinder neu mit HIV infizierten. Diese Infek­tionen, die in Industrieländern rar geworden sind, lassen sich durch eine antiretrovirale Behandlung von Schwangeren zuverlässig vermeiden. Die Versorgung der Schwangeren hat sich der „Global Plan“ zur Aufgabe gestellt, offenbar mit großem Erfolg: In Malawi konnte die Zahl der Neuinfektion bei Kindern um zwei Drittel gesenkt werden, in acht weiteren Ländern sank die Zahl um mehr als die Hälfte.

„Universal Access“ zur Diagnostik, Therapie und Versorgung: Die Umsetzung bei HIV bleibt eine große Herausforderung

Eine Bilanz der globalen Bekämpfung der HIV-Infektion aus deutscher Sicht zu Beginn der 20. Internationalen AIDS-Konferenz im australischen Melbourne Die Bekämpfung von HIV machte in den vergangenen zehn Jahren bedeutende und für unwahrscheinlich gehaltene Fortschritte.

Voraussetzung für eine Eindämmung der Aids-Epidemie ist, dass die Infizierten ihre HIV-Positivität frühzeitig erfahren. UNAIDS schätzt, dass mittlerweile 48 Prozent aller Infizierten ihren Status kennen. Hier hat es vor allem in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara Fortschritte gegeben: 86 Prozent der Infizierten kennen dort ihren Status und 76 Prozent von ihnen nehmen antiretrovirale Medikamente ein. Da die Behandlung das Übertragungsrisiko senkt, könnte sich der Rückgang der HIV-Infizierten in den nächsten Jahren weiter beschleunigen. UNAIDS-Direktor Michel Sidibé hält sogar bis 2030 ein Ende der Epidemie für möglich.

Anzahl der Aids-Toten seit 2005 um 35 Prozent zurückgegangen
Da die Infektion derzeit nicht geheilt werden kann, wird das Virus bis zum Tod des letzten Infizierten überleben. Wie bei anderen sexuell-übertragbaren Erkrankungen dürfte eine Eradikation des Erregers sehr unwahrscheinlich sein. Sidibé dürfte bei der Aussicht auf ein „Ende dieser Epidemie“ vor allem an Aids gedacht haben. An der erworbenen Immunschwäche sind im letzten Jahr noch schätzungsweise 1,5 Millionen Menschen gestorben. Dies ist ein Rückgang um 35 Prozent seit 2005, als die Aids-Epidemie ihren Gipfel erreicht hatte. Allein in den letzten drei Jahren ist es zu einem Rückgang um 19 Prozent gekommen.

Auch in Sub-Sahara-Afrika ging die Zahl der Aids-Toten seit 2005 um 39 Prozent zurück. Auf die Region entfallen jedoch noch immer 74 Prozent aller Todesfälle. Einen Rückgang der Aids-Todesfälle hat es auch in der Karibik (minus 54 Prozent) und in Lateinamerika (minus 31 Prozent) gegeben. In Asien und der Pazifikregion starben 27 Prozent weniger, in Ozeanien registrierte UN-Aids einen Rückgang um 19 Prozent. In Westeuropa und Nordamerika sterben 2 Prozent weniger, aber hier ist die Gesamtzahl der Todesfälle ohnehin sehr gering. Nicht so gut sieht es im Nahen Osten und in Nordafrika aus, wo die Aids-Mortalität um 66 Prozent zunahm. In Osteuropa und Zentralasien kam es zu einem Anstieg um 5 Prozent. © rme/aerzteblatt.de

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