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Ärzteschaft

Baden-Württemberg: Warum Ärzte ins Ausland gehen

Donnerstag, 17. Juli 2014

Stuttgart – Zwischen 2001 und 2011 haben rund 3.000 Ärzte Baden-Württemberg verlassen und sind ins Ausland gegangen, vorwiegend nach Skandinavien, in die Schweiz und angloamerikanische Länder. Das berichtet die Ärztekammer des Landes im Vorfeld des Baden-Württembergischen Ärztetages. „Mehr Zeit für die Patienten zu haben, war einer der wichtigsten Gründe für ihre Abwanderung“, sagte der Präsident der Kammer, Ulrich Clever. Es gehe dabei auch um Zeit zum Wissenserwerb und Zeit zum Nachdenken über ethische Fragen im Arztberuf.

„Auch wenn jährlich rund 10.000 Medizinstudenten ihr drittes Staatsexamen ablegen und approbiert werden – für die künftige ärztliche Versorgung reicht diese Zahl nicht aus“, warnte der Kammerpräsident. Als wichtigste Gründe für den Ärztemangel nennt er die zunehmende Alterung der Gesellschaft und die Verbesserung der medizinischen Mög­lich­keiten. „Deshalb brauchen wir mehr Ärzte denn je! Auch wenn die Ärztezahlen objektiv steigen, so nimmt der ärztliche Arbeitszeitaufwand tatsächlich noch schneller und unverhältnismäßig stärker zu“, so seine Analyse.

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Er betonte, die nachwachsende Arztgeneration stehe vor besonderen Herausfor­derungen. Gleichzeitig legten junge Ärzte wegen ihrer Berufstätigkeit heutzutage eine andere Work-Life-Balance zugrunde: „Gesundes, menschliches und familienfreundliches Arbeiten steht bei ihnen im Vordergrund“, so Clever.

Beim Konkurrenzkampf der Krankenhäuser um die Köpfe könne daher inzwischen nur derjenige punkten, der flexible Arbeitsmodelle und gesunde Arbeitsbedingungen biete. © hil/aerzteblatt.de

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