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Ausland

Neue HIV-Medikamente und Viruslastdiagnostik für viele Länder zu teuer

Montag, 21. Juli 2014

Melbourne/Berlin – Die Preise für die Viruslastdiagnostik und neue HIV-Medikamente sind für viele Entwicklungsländer zu hoch. Das berichtet die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen heute auf der Welt-Aids-Konferenz in Melbourne.

Der Bericht „Getting to Undetectable“ beschreibt die Situation bei der Viruslastdiagnostik in Indien, Kenia, Malawi, Südafrika und Simbabwe. Er zeigt, dass es bislang keinem dieser Länder in ausreichendem Maße gelungen ist, die Viruslastdiagnostik einzuführen. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass neben anderen Schwierigkeiten vor allem die hohen Preise eines der Haupthindernisse darstellen.

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Routinemäßige Viruslastdiagnostik, die die Menge der Viren im Blut misst, ist ein wichti­ges Instrument, um die Qualität und Effektivität von HIV-Behandlung sicherzustellen. „Durch die Überwachung der Viruslast werden Probleme der Therapietreue sehr früh erkannt“, sagte Jennifer Cohn, medizinische Leiterin der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen. In Verbindung mit Beratung und Unterstützungsangeboten könne das dabei helfen, Patienten länger auf der erschwinglichen Erstlinientherapie zu halten.

Der ebenfalls heute veröffentlichte, jährlich erscheinende Bericht „Untangling the Web of Antiretroviral Price Reductions“ von Ärzte ohne Grenzen untersucht die Preisentwicklung verschiedener HIV/Aids-Medikamente. Er kommt zu dem Ergebnis, dass die neueren Medikamente der zweiten Linie noch immer mehr als doppelt so teuer sind wie die der ersten Linie.

„Heute haben mit zwölf Millionen so viele Menschen Zugang zu lebenswichtigen antiretroviralen Medikamenten wie nie zuvor“, sagte Philipp Frisch, Koordinator der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen in Deutschland. Dennoch könnten diese großen Behandlungserfolge nicht darüber hinwegtäuschen, dass noch immer Millionen Menschen weltweit vergeblich auf bezahlbare Therapien warteten. Hohe Monopolpreise und Patente verhinderten in vielen Fällen die notwendige Ausweitung der Behandlung oder die Umstellung auf neuere Medikamente.

Erst vor wenigen Tagen hatte der sogenannte „Gap-Report“ des UN-Programms zur Aids-Bekämpfung (UNAIDS) Hoffnung gemacht, die Epidemie der Immun­schwäche­krankheit Aids bis 2030 weitgehend unter Kontrolle bringen zu können. Voraussetzung sei allerdings ein weiterer Anstieg der Patienten, die mit antiretroviralen Medikamenten vor einer Immunschwäche geschützt würden, hieß es von UNAIDS.

© hil/aerzteblatt.de

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