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Ärzteschaft

Diabetes-Präventions­programm startet in Schleswig-Holstein

Dienstag, 22. Juli 2014

Kiel/Bad Segeberg – Einen Vertrag zur frühzeitigen Erkennung und Vermeidung von Diabetes Typ 2 hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Schleswig-Holstein mit der AOK Nordwest, der Barmer GEK und der DAK Gesundheit geschlossen. Schirmherrin des Programms ist Landesgesundheitsministerin Kristin Alheit (SPD).

Das Programm namens „aha! – ab heute anders“ richtet sich vor allem an Menschen mit einem erhöhten Risiko für Diabetes mellitus Typ 2, zum Beispiel aufgrund von Über­gewicht. Sie erhalten von Hausärzten und hausärztlichen Internisten, die an dem Programm teilnehmen, einen speziellen Fragebogen. Mit Hilfe des Fragebogens bestimmen Arzt und Patient das individuelle Risiko, in den nächsten zehn Jahren an Diabetes zu erkranken.

Erhärtet sich der Verdacht, kann der Versicherte an einem bis zu 15-monatigen Präventionsprogramm bei seinem behandelnden Arzt teilnehmen. Ziel ist es, dass der Versicherte seine Lebens- und Essgewohnheiten langfristig umstellt, mehr Sport treibt und damit das Diabetesrisiko senkt. „Die aha!-Teilnehmer bekommen von ihrem Arzt einfache und effiziente Maßnahmen, die sofort und problemlos umgesetzt werden können. Ich hoffe sehr, dass möglichst viele Praxen sich an dem Programm beteiligen“, sagte Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der KV.

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Das aha!-Programm wurde in einem Pilotprojekt im Kreis Schleswig-Flensburg von 2007 bis 2011 erfolgreich getestet. Initiator des Pilotprojekts war Carsten Petersen, nieder­gelassener Internist und Diabetologe aus Schleswig. „Wir wollen den Teilnehmern des aha!-Programms helfen, ihren Lebensstil etwas zu verändern und nachhaltig gesünder zu gestalten. Beraten, informiert und motiviert werden sie dabei von ihrem Arzt“, erläuterte er den Ansatz des Projektes.

„Wir wollen die Lebensqualität und Lebenserwartung der betroffenen Menschen erhöhen und langfristig auch die teilweise hohen Behandlungskosten senken“, sagte Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender der AOK Nordwest.

Unterstützt wird „aha!“ auch von dem forschenden Arzneimittelhersteller MSD. „Das Programm ist für uns der überzeugende Beweis, dass wir mit einfachen Mitteln viel erreichen können – vorausgesetzt, alle ziehen an einem Strang“, sagte Hanspeter Quodt, Geschäftsführer von MSD Deutschland.

Die Initiatoren haben für das Programm ein „aha!-Büro“ eingerichtet. Unter der Nummer 04621 – 855425 erhalten Ärzte und Versicherte dort weitere Informationen. © hil/aerzteblatt.de

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