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Ärzteschaft

„Die ersten Stipendiaten haben sich niedergelassen“

Mittwoch, 23. Juli 2014

Erfurt – Die Stiftung zur Förderung ambulanter ärztlicher Versorgung in Thüringen begeht im Juli ihr fünfjähriges Jubiläum und kann bereits auf erste Erfolge verweisen: niedergelassene Hausärzte in Thüringen. Am 22.07.2009 wurde sie auf Betreiben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Thüringen unter der damaligen KV-Vorsitzenden Regina Feldmann (jetzt Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung) gemeinsam mit dem Freistaat Thüringen gegründet. Seit dem fördert sie Medizinstudierende und junge Ärztinnen und Ärzte, die als Hausarzt oder Augenarzt in der ambulanten medizi­nischen Versorgung in Thüringen arbeiten wollen. Das anfangs teilweise skeptisch betrachtete Projekt hat sich zu einem Erfolgsmodell mit bundesweiter Vorbildfunktion gemausert.

Fünf Fragen an Dr. med. Annette Rommel, 1.Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen

DÄ: Frau Rommel, Sie waren bei der Gründung der Stiftung vor fünf Jahren dabei und erinnern sich noch gut an die Mühe, die es machte, der thüringischen Landesregierung die ersten zehn Stipendien abzu­ringen. Heute hat die Stiftung mehr als 100 Stipen­diaten. Überrascht sie dieser Zuwachs?
Rommel: Wir haben immer daran geglaubt, dass die Stiftung ein Erfolgsmodell ist. Wir hatten in Thüringen schon früher als andere Bundesländer Nachwuchs­probleme bei der ambulanten ärztlichen Versorgung. Wir haben nicht alle gelöst, aber wir haben Lösungen gefunden. Und darauf sind wir stolz. Die Stiftung zur Förderung ambulanter ärztlicher Versorgung in Thüringen zeigt, dass Gesundheitsvorsorge eine Aufgabe für die ganze Gesellschaft ist  – und wie diese umgesetzt werden kann.

DÄ: Lässt sich der Erfolg auch bereits in der ambulanten Versorgung messen?
Rommel: Nachdem die Stiftung gegründet war, sind wir oft gefragt worden, wann denn die Stiftungsarbeit endlich Früchte trägt. Das dauert natürlich seine Zeit. Aber inzwischen können wir sagen: Die ersten unserer ehemaligen Stipendiaten haben sich niederge­lassen. Sie haben ihre Praxen in Gera, Nordhausen, Heringen bei Nordhausen, Bad Klosterlausnitz, Eisfeld, Jena und Schwarza bei Suhl, also über ganz Thüringen verstreut.

DÄ: Was leistet die Stiftung konkret für junge Ärzte, die sich in Thüringen niederlassen möchten?
Rommel: Wir haben inzwischen ein ganzes Paket von Fördermöglichkeiten vom Studium bis zum Berufseinstieg und zur Niederlassung. Im Mittelpunkt steht nach wie vor das Thüringen-Stipendium für die fachärztliche Weiterbildung in der Allgemeinmedizin und der Augenheilkunde – also der Arztgruppen, die wir in Thüringen brauchen.

Die Stipendiaten erhalten bis zu 60 Monate je 250 Euro, wenn sie sich verpflichten, nach ihrem Abschluss vier Jahre in Thüringen zu arbeiten. Zudem bietet die Stiftung ihnen Hilfen bei der Niederlassung an, auch eine zunächst angestellte Tätigkeit in einer Stiftungspraxis mit dem  Ziel, dass die Praxis später übernommen wird. Gefördert werden aber auch Famulaturen in Hausarztpraxen und Tertiale des praktischen Jahres in der Allgemeinmedizin.  

DÄ: Wie finanziert sich die Stiftung?
Rommel: Das Grundkapital kommt von der KV und vom Land. Es hat über die Jahre aber auch immer wieder anderweitige Zuwendungen und Spenden gegeben, auch aus dem Bereich der Krankenkassen.

DÄ: Wo will die Stiftung künftig ihre Arbeit verstärken?
Rommel: Neben der Vergabe der Stipendien sollen vor allem mehr Stiftungspraxen etabliert werden. In vielen Gesprächen, besonders der vergangenen Wochen und Monate, habe ich an dieser Stelle großes Interesse verspürt. Deshalb wollen wir diesen Bereich künftig stärker ausbauen. © ER/aerzteblatt.de

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