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Medizin

„Morcellation“ des Uterus kann Karzinom verschleppen

Mittwoch, 23. Juli 2014

New York – Die mechanische Zerkleinerung des Uterus mit einem „Power-Mor­cellator“, eine seit zwei Jahrzehnten eingesetzte Methode der minimal invasiven Myomek­tomie/Hysterektomie, kann bei einem übersehenen Uteruskarzinom zur Verschleppung von Krebszellen führen. Nach der Analyse eines Krankenhausregisters im US-amerika­nischen Ärzteblatt JAMA (2014; doi:10.1001/jama.2014.9005) kommt es bei einer von 368 Frauen später zum Ausbruch eines Uteruskarzinoms. Die Kontrollbehörde FDA hatte bereits im April vor den Geräten gewarnt.

Der erste „Power-Morcellator“ wurde in den USA 1993 eingeführt. Die Geräte bestehen aus einer rasch rotierenden Klinge, die Gewebe zerstückelt. Die Morcellation erfolgt in einem Zylinder innerhalb der Bauchhöhle. Das zerkleinerte Gewebe wird danach über einen Port nach außen befördert. Das Verfahren erleichtert minimal-invasive Myomektomien oder Hysterektomien.

Es soll in den USA jährlich etwa 50.000 mal durchgeführt werden. Der Anteil an den Operationen beträgt nach einer Analyse des Premier Perspective-Register 15 Prozent. Die Gefahr, dass bei der groben Zerkleinerung des Gewebes Krebszellen in den Bauchraum gestreut werden könnten, wurde anfangs als äußerst niedrig eingestuft, da die Myomektomien oder Hysterektomien zur Entfernung gutartiger Veränderungen durchgeführt werden.

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In der Praxis liegt die histologische Diagnose jedoch erst nach der Operation vor, wenn Pathologen das Operationspräparat histologisch untersucht haben. Zu diesem Zeitpunkt können sich die disseminierten Zellen bereits im Peritoneum festgesetzt haben. Dass dieses Risiko nicht von der Hand zu weisen ist, zeigt die Analyse von Jason Wright vom Columbia University College of Physicians and Surgeons in New York City.

Er ermittelte, dass nach 99 von 36.470 Morcellationen die Patientinnen mit einem Uteruskarzinom hospitalisiert wurden. Dies ergibt eine Prävalenz von 27/10.000 Einsätzen (95-Prozent-Konfidenzintervall 22-32/10.000) oder eine Krebserkrankung auf 368 Eingriffe. Diese Rate liegt damit deutlich über früheren Schätzungen, die sich im Bereich von 1 zu 500 bis 1 zu 10.000 bewegt hatten.

Die Kontrollbehörde FDA hatte im April in einer Safety Communication die Häufigkeit von Malignomen mit 1 zu 350 angegeben. Laut FDA-Analyse wurden überwiegend uterine Sarkome beobachtet, die sich durch eine schlechte Prognose auszeichnen (wobei die peritoneale Aussaat bei uterinen Malignomen die Behandlung in jedem Fall erschweren dürfte).

Neben den gesicherten Uteruskarzinomen (sowie einer Reihe ungesicherter Diagnosen sowie anderer Karzinome, bei denen der Zusammenhang weniger klar sein dürfte) ermittelte Wright in seiner Analyse noch eine Häufung von endometrialen Hyperplasien (Prävalenz 101/10.000 oder 1 Fall auf 99 Operationen), die durch die Versprengung von Schleimhautinseln im Peritoneum entstanden sein dürften.

Die FDA überlegt derzeit, ob die Verwendung der „Power-Morcellatoren“ eingeschränkt werden soll. Das American College of Obstetricians and Gynecologists (ACOG) hat in einer ersten Stellungnahme ein Verbot abgelehnt, seine Mitglieder jedoch aufgefordert, bei jeglichem Hinweis auf ein Malignom auf die Verwendung eines „Power-Morcellators“ zu verzichten.

© rme/aerzteblatt.de

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