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Medizin

Inzidenzen von HIV, Malaria und Tuberkulose fallen

Mittwoch, 23. Juli 2014

Washington – Die jährlichen Erkrankungsraten der drei häufigen Infektionskrankheiten HIV, Malaria und Tuberkulose gehen weltweit zurück. Trotzdem gibt es weiterhin Defizite bei der Prävention und der Therapie. Das berichten Wissenschaftler um Leitautor Christopher Murray, Direktor des Institute for Health Metrics and Evaluation, auf der Grundlage von Daten der Global Burden of Disease Studie 2010 im neuen Lancet (http://dx.doi.org/10.1016/S0140-6736(14)60844-8 ).

Die Global Burden of Disease Studie (GBD) ist eine große internationale multizentrische Studie, welche Daten zur der Last der weltweit häufigsten Erkrankungen liefert. Die Studie gibt einen Überblick, wie viele absolute und qualitative Lebensjahre durch welche Krankheiten verloren gingen und erschien 2012 in einer Sonderausgabe des Lancet.

Aus den Daten geht laut den Wissenschaftler unter anderem hervor, wie effektiv der Kampf gegen die häufigsten Infektionserkrankungen voranschreitet. Im Jahr 2000 legten die Vereinten Nationen im „Millennium Development Goal Six“ fest, bis 2015 die Aus­breitung von Infektionskrankheiten wie HIV, Malaria und Tuberkulose zu stoppen und eine Trendumkehr zu bewirken.

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Die Wissenschaftler nutzten Daten der Studie, welche die Entwicklung der Krankheitslast zwischen 1990 und 2010 erfassten. Auf Grundlage verschiedener weiterer Quellen, wie Studien, sogenannter verbaler Atopsien und Meldeämtern aktualisierten die Wissen­schaftler die Daten für das Jahr 2013.

Für die HIV-Epidemie konnten die Wissenschaftler feststellen, dass seit einem Spitzenwert von 2,8 Millionen Neuinfektionen im Jahr 1997 die Neuerkrankungsraten kontinuierlich auf 1,8 Millionen fiel. Seit 2002 sei auch die Infektionsrate unter Kindern um 62 Prozent gefallen. Durch die medizinischen Fortschritte in der Therapie und Infektionsprävention schätzen die Forscher, dass seit 1996 rund 19 Millionen Todesfälle verhindert wurden, davon der Hauptteil in den entwickelten Ländern (13,4 Millionen).

HIV: Trotz rückgängiger Neuerkrankungen steigt die Prävalenz
Trotz der positiven Zahlen sei jedoch anzumerken, dass die Prävalenz innerhalb der letzten fünf Jahre jährlich um 5,8 Prozent gestiegen ist und in 101 Ländern die Inzidenzraten gegenwärtig ansteigen. Wenn auch die Gesamtzahl der Erkrankungen nach Schätzung der Wissenschaftler 18,7 Prozent geringer ist als noch 2012 von den Vereinten Nationen vermutet, sei eine weitere Verbreitung der Interventionsmaßnahmen von Nöten um die Trendwende zu bewirken.

Für Tuberkulose berechneten die Forscher von 2000 bis 2013 eine jährliche Verrin­gerung von 0,6 Prozent in der Inzidenz, 1,31 Prozent in der Prävalenz und 3,72 Prozent in der Mortalität. Auch in südasiatischen Regionen, welche als Hochprävalenzgebiete gelten, konnten die Wissenschaftler diesen Trend feststellen. Bei den Neuinfizierten und Todesfällen waren besonders Jungen und Männer betroffen, die hier jeweils einen Anteil von etwa zwei Dritteln stellten.

Weltweite Inzidenz der Malaria in den letzen zehn Jahren um 29 Prozent gefallen
Die weltweite Inzidenz der Malaria sei zwischen 2003 und 2013 um 29 Prozent gefallen. Während die WHO die Todesfälle 2013 auf 627.000 schätzte, vermuten die Wissen­schaftler, dass die Zahl eher bei 855.000 lag.

In der Subsahara fielen seit 2004 die Raten um schätzungsweise 31,5 Prozent und in Zentralasien sogar um 38 Prozent. Die meisten Fälle träten in Indien, der Demo­kratischen Republik Kongo und Nigeria auf und machten etwa die Hälfte der weltweiten Malariainfektionen aus.

Die Zahlen weisen laut der Wissenschaftler darauf hin, dass die Intervention zur Verringerung der Krankheitslast insgesamt durchaus greifen. Dennoch seien die Ergebnisse noch nicht zufriedenstellend und bedürften weiterer Verbesserungen.

© hil/aerzteblatt.de

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