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Medizin

Herzoperation: Schlaganfallrisiko durch Vorhofflimmern

Mittwoch, 23. Juli 2014

dpa

Hamilton – Schlaganfälle sind eine gefürchtete Komplikation von herzchirurgischen Eingriffen. Eine Studie im Canadian Medical Association Journal CMAJ (2014; doi: 10.1503/cmaj.131214) ermittelte Risikofaktoren, deren Einfluss auch zwei Jahre nach der Operation noch nachweisbar waren. Vorhofflimmern könnte ein häufiger Auslöser sein.

Von den etwa 100.000 Patienten, die sich zwischen 1996 und 2006 im kanadischen Teilstaat Ontario einer Herzoperation (Bypass, Klappenersatz oder beides) unterzogen, erlitten 1,8 Prozent in der perioperativen Phase einen Schlaganfall. Nach zwei Jahren war der Anteil auf 3,6 Prozent gestiegen. Die Todesfälle hinzugenommen, stieg der Anteil auf 6,8 Prozent.

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Richard Whitlock von der McMaster University in Hamilton/Ontario und Mitarbeiter konnten bei der näheren Analyse zunächst die bekannten Risikofaktoren bestätigen: Gefährdet waren ältere Patienten (Alter über 65 Jahre), solche mit einer Klappen­chirurgie sowie Patienten, die bereits vor der Herzoperation einen Schlaganfall erlitten hatten.

Ein weiterer Faktor scheint ein Vorhofflimmern zu sein, das sich bei 18,2 Prozent der Patienten nach der Operation entwickelte. Das Schlaganfallrisiko dieser Patienten wird üblicherweise mit dem CHADS2-Score ermittelt, der eine Herzinsuffizienz (C), einen Bluthochdruck (H), ein Alter über 75 Jahre (A) und einen Diabetes mellitus jeweils mit einem Punkt und einen früheren Schlaganfall/transitorisch ischämische Attacke/Throm­boembolie mit zwei Punkten bewertet.

Der CHADS2-Score erwies sich in der Analyse als zuverlässiger Prädiktor auf einen späteren Schlaganfall oder Tod. Im ungünstigsten Fall (CHADS2-Score von 6 Punkten) erlitt jeder zehnte Patient einen Schlaganfall, bei jedem dritten war es zu einem Schlaganfall oder zum Tod gekommen.

Der hohe prädiktive Wert des CHADS2-Score lässt vermuten, dass eine antikoagulative Behandlung, die Patienten mit Vorhofflimmern vor einem Schlaganfall schützen kann, auch nach einer Herzoperation eine protektive Wirkung entfalten könnte. Die müsste wegen der mit der Behandlung verbundenen Blutungsrisiken allerdings zunächst in einer randomisierten Studie untersucht werden, schreiben die Autoren. © rme/aerzteblatt.de

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