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Politik

Telematik-Testre­gionen begrüßen ange­kündigtes E-Health-Gesetz

Freitag, 25. Juli 2014

dpa

Berlin – Trotz vieler Konflikte um die elektronische Gesundheitskarte (eGK) geht der Aufbau der Tele­ma­tik­infra­struk­tur einschließlich der Vorbereitungen für die Online-Tests der eGK in den Testregionen weiter. Krankenkassen und Leistungserbringer-Organi­sationen hatten sich in den letzten Wochen wechselseitig beschuldigt, das Telematik­projekt zu blockieren.

„Schuldzuweisungen helfen nicht weiter. Fortschritte in der Telemedizin erreichen wir nur gemeinsam. Wir werden deshalb mit einem Gesetz Anreize schaffen, damit die Gesundheits­karte und der weitere Ausbau der Telemedizin zügig den Patienten zugute kommen“, hatte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe Anfang Juli in einem Zeitungsinterview  angekündigt und auf den großen Nutzen für die Patienten verwiesen: Nach einem Unfall etwa soll der Arzt überlebenswichtige Notfalldaten direkt von der Karte abrufen können. Nach einem Kranken­haus­auf­enthalt soll der Hausarzt auf die Entlassungs­papiere sofort zugreifen können. Außerdem soll die Therapiesicherheit bei Arzneimitteln verbessert werden.

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Die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) der Telematik-Testregionen haben das angekündigte Gesetzesvorhaben begrüßt, da aus ihrer Sicht die Entwicklung sinnvoller Anwendungen dringend geboten ist.  „Wir nehmen Minister Gröhe beim Wort. Er bestätigt damit, wie komplex das System insgesamt ist, und unterstützt die KVen auf ihrem bisherigen Weg für eine bessere Vernetzung der Praxen. Wir sehen uns damit in unserer Arbeit bestätigt“, erklärte Thomas Kriedel, Vorstandsmitglied der KV Westfalen-Lippe und Sprecher der Test-KVen.

Vorwürfe, die KVen seien Bremser und würden den Ausbau neuer Strukturen behindern, seien völlig unverständlich. „Genau das Gegenteil ist der Fall: Bisher sind in einem hochkomplexen System ausschließlich Infrastruktur und Anwendungen der KVen funktionsfähig“, betonte Kriedel.

Die fünf beteiligten KVen – Bayern, Sachsen, Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz und Westfalen-Lippe – wollen die Tests der für das Projekt verantwortlichen Betriebsge­sellschaft gematik „kritisch wie auch konstruktiv“ begleiten. Dabei gehe es nicht nur um die Sicherheit der Infrastruktur. „Einen relevanten Nutzen für Patienten und Ärzte sicherzustellen, ist Sinn der Testungen in den Regionen“, erläuterte Kriedel das Engagement der KVen.

„Wir wollen deshalb alle Testungen von neuen Anwendungen in den Praxen mit einer Messung des notwendigen zeitlichen wie finanziellen Aufwandes nach dem anerkannten Standard-Kosten-Modell begleiten. Nur das Funktionieren allein reicht uns nicht. Die Anwendungen werden nur die Akzeptanz der Nutzer finden, wenn sie den heutigen Aufwand reduzieren und keine zusätzlichen Kosten verursachen“, betonte Kriedel.

Nach einer aktuellen Studie der Universität Augsburg („Implementation through force or measure? How institutional pressures shape national ehealth implementation programs“) haben die großen Vorbehalte in der Ärzteschaft gegen die eGK mehrere Ursachen: Dazu zählen unter anderem der Eindruck, die Regierung mache Druck zur Einführung der Karte, Misstrauen gegenüber der Datensicherheit und der Wunsch, die Arbeit einfach so weiterzumachen wie bisher. © KBr/dpa/aerzteblatt.de

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