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Heidelberger Ärzte entfernen Speichel­drüsen-Steine endoskopisch

Dienstag, 29. Juli 2014

Heidelberg – Ein minimal-invasives Behandlungsverfahren, um Steine aus den Speicheldrüsen zu entfernen, bietet die Universitäts-Hals-, Nasen-, Ohrenklinik Heidelberg. Mittels eines millimeterdünnen Endoskops, das über die Drüsengänge im Mundraum bis in eine der großen Speicheldrüsen geschoben wird, können Ärzte Steine entfernen, Verengungen der Ausführgänge dehnen und einen schmerzhafte Rückstau des Speichels aufheben. Die Speicheldrüse bleibt erhalten und funktionsfähig. Anders als bei der Operation besteht kein Risiko, Gesichtsnerven zu beschädigen.

Speicheldrüsensteine können starke Schmerzen und Entzündungen verursachen. Lassen sie sich nicht ausspülen oder ausmassieren, bleibt bislang häufig nur die operative Entfernung der gesamten Drüse. „Abgesehen von den Nervenverletzungen können nach Operationen in seltenen Fällen Infektionen auftreten oder Narben zurückbleiben“, erklärte Peter Plinkert, Ärztlicher Direktor der Universitäts-HNO-Klinik Heidelberg. Ziel sollte es daher immer sein, möglichst schonende Verfahren auszuwählen und die Speicheldrüse zu erhalten.

Für eine Endoskopie der Speicheldrüsen sind eine spezielle Ausrüstung und Erfahrung nötig. Der dünne und bewegliche Schlauch, der vom Mundraum aus über den Ausführ­gang in die Speicheldrüse vorgeschoben wird, misst 0,7 bis 1,8 Millimeter. Am vorderen Ende befindet sich eine Kamera, über die der Arzt den Zustand der Speicheldrüse teilweise besser als mit Ultraschall oder anderen bildgebenden Verfahren erkennen kann.

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Der Schlauch enthält zudem einen Kanal für Spülungen sowie einen Arbeitskanal, über den kleinste Instrumente in die Speicheldrüse eingeführt werden. So können Verengungen mit einem Ballon gedehnt und mittels Mini-Stent stabilisiert, Steine mit einem Fangkörbchen herausgezogen werden. Für die Zeit des Eingriffs erhalten die Patienten eine lokale Betäubung.

„Unsere Erfahrungen mit der Speicheldrüsen-Endoskopie sind sehr gut und auch das Feedback unserer Patienten ist positiv“, sagte Cem Bulut, der die Speicheldrüsen-Endoskopie zusammen mit Plinkert an der Heidelberger Universitäts-HNO-Klinik vornimmt. © hil/aerzteblatt.de

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