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So lassen sich Therapieziele von Patienten erfassen

Dienstag, 29. Juli 2014

Köln – Eine Methode namens „Conjoint Analysis“ kann zeigen, wie wichtig verschiedene Therapieziele für Patienten sind. Das berichtet das Institut für Qualität und Wirtschaft­lichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Es hat die Methode zusammen mit externen Sachverständigen erprobt.

Hintergrund sind die Kosten-Nutzen-Bewertungen des IQWiG. Die Kölner Wissen­schaftler arbeiten dabei mit dem sogenannten Effizienzgrenzen-Konzept. Diese Effizienzgrenzen kann man zum Beispiel für ein einzelnes Zielkriterium wie Mortalität, Morbidität oder Lebensqualität abbilden. Um diese einzelnen Effizienzgrenzen für verschiedene patientenrelevante Endpunkte zu einer Gesamtbewertung zusammen­zufassen, müssen die Einzelergebnisse gewichtet werden. Dazu ist es nötig heraus­zufinden, was den Betroffenen in welchem Maße wichtig ist.

Die IQWiG-Wissenschaftler haben die Conjoint Analysis jetzt mit Patienten mit chronischer Hepatitis C und mit Ärzten erprobt. Teilgenommen haben 326 Patienten sowie 21 Ärzte. In den Fragen ging es um verschiedene Dimensionen von Nutzen und Schaden der Therapie: Wirksamkeit, Vermeiden von Nebenwirkungen sowie Aufwand und Dauer der Therapie.

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Bei der Auswertung der Analyse ist es möglich, die relative Bedeutung der einzelnen Therapieattribute abzuleiten. So lässt sich beispielsweise errechnen, wie viel höher die Heilungschance sein muss, damit Patienten ein bestimmtes höheres Risiko für mehr oder stärkere Nebenwirkungen in Kauf nehmen.

Beim Vergleich der Auswertung für Patienten und Ärzte zeigte sich, dass die Rangfolge der Therapieziele weitgehend deckungsgleich ist. Allerdings gibt es Unterschiede in der Stärke der Gewichtung: Auf Rang eins steht bei beiden Gruppen die „anhaltende Virus­freiheit“. Wenn sie aber eine Therapie auswählen sollen, ist die Virusfreiheit bei den Ärzten noch stärker ausschlaggebend als bei den Patienten.

„Das Verfahren liefert brauchbare Ergebnisse. Wenn es darum geht, Endpunkte zu gewichten, könnte man die CA also einsetzen“, sagte Andreas Gerber-Grote, Leiter des Ressorts Gesundheitsökonomie im IQWiG.

Auch eine zuvor getestete Methode namens „Analytic Hierarchy Process“ eignet sich laut dem Institut zur Gewichtung der Patientenpräferenzen. Vor dem breiten Einsatz seien jetzt noch weitere Fragen zu klären, zum Beispiel, wer befragt werden sollte: Patienten, Ärzte oder – wie in Großbritannien – eine Stichprobe der Allgemeinbevölkerung. © hil/aerzteblatt.de

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