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Zahl der stationären Hautkrebsbe­handlungen steigt um ein Viertel

Dienstag, 29. Juli 2014

Einer Umfrage zufolge haben 35 Prozent der Befragten schon einmal das gesetzliche Hautkrebs-Screening wahrgenommen /dpa

Wiesbaden – Hautkrebs hat die größte Zuwachsrate unter allen im Krankenhaus behandelten Krebsarten. Die Zahl der stationären Behandlungen stieg zwischen 2007 und 2012 um 23 Prozent. Das berichtet das Statistische Bundesamt in Wiesbaden. 2012 haben Ärzte 91.900 Patienten mit dieser Erkrankung stationär versorgt. Dabei war bei Männern mit 55,3 Prozent eine Krankenhausbehandlung häufiger notwendig als bei Frauen.

26,6 Prozent der Patienten waren wegen eines bösartigen Melanoms in stationärer Behandlung, 73,4 Prozent wegen Basalzell- oder Stachelzellkarzinomen. Von dieser auch „heller Hautkrebs“ genannten Neoplasie sind Frauen und Männer besonders in Körper­regionen betroffen, die verstärkt dem Sonnenlicht ausgesetzt sind, zum Beispiel Teile des Gesichts, der Kopfhaut, des Halses und der Ohren. Maligne Melanome traten bei Männern vor allem am Körperrumpf auf, bei Frauen vor allem an den unteren Extremitäten sowie der Hüfte.

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Die Zuwachsrate erklärt Jochen Utikal vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) unter anderem mit besseren Therapiemöglichkeiten für den „schwarzen Hautkrebs“. Für diese besonders gefährliche Variante gebe es inzwischen geeignetere Medikamente. Als Folge überlebten die Patienten länger und kämen dann häufiger in die Klinik, so Utikal. Er leitet die Klinische Operationseinheit Dermatoonkologie des DKFZ in Heidelberg. Auch Aufklärungskampagnen steigerten die Zahl der bekannten Fälle, die Aufmerksamkeit für Hautveränderungen sei gewachsen, so der Experte.

Operative Eingriffe bei den Hautkrebspatienten umfassten laut dem Statistischen Bundesamt mit 65.300 Maßnahmen in erster Linie das ausgedehnte Entfernen des erkrankten Haut- und Tumorgewebes, Transplantationen in Form eines Hautlappen­ersatzes an der Haut und Unterhaut mit 48.500 Maßnahmen sowie einer vorüber­gehenden Weichteildeckung mit 18.700 Maßnahmen. Im Durchschnitt dauerte der Kranken­haus­auf­enthalt der Hautkrebspatienten 5,2 Tage.

Die Deutsche Gesellschaft für Dermatologie berichtet auf der Basis einer Forsa-Um­frage, dass Hautkrebs für rund jeden zweiten Deutschen ein Thema sei, das ihm Sorge bereite. 35 Prozent der Befragten haben ihren eigenen Angaben zufolge schon einmal das gesetzliche Hautkrebs-Screening in Anspruch genommen.

Von den gesetzlich Krankenversicherten ab 35 Jahren, also jenen, die alle zwei Jahre Anspruch auf eine Früherkennungsuntersuchung auf Hautkrebs haben, geben dies 38 Prozent an. Männer haben diese Möglichkeit bisher etwas wenig häufig genutzt als Frauen. © hil/aerzteblatt.de

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