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Medizin

Ösophagus: Studie sieht Risiken der endoskopischen Operation

Dienstag, 29. Juli 2014

Chicago – Die endoskopische Entfernung von Ösophaguskarzinomen, die in den USA in den letzten Jahren sehr populär geworden ist, hat nach einer Studie im Journal of the National Cancer Institute (2014; 106: dju133) zu einer leichten Verschlechterung der 5-Jahresüberlebensrate geführt.

Die operative Entfernung der Speiseröhre (Ösophagektomie) ist eine komplizierte Operation, die nicht von allen Patienten überlebt wird. Die Möglichkeit, kleinere Tumore endoskopisch zu entfernen, wird deshalb zunehmend genutzt. In den USA ist der Anteil der T1a-Läsionen, bei denen der Tumor nur die Lamina propria oder Muscularis mucosae infiltriert hat, die endoskopisch entfernt wurden, zwischen 2004 und 2010 von 19,0 auf 53,0 Prozent gestiegen, berichtet David Bentrem vom Northwestern Memorial Hospital in Chicago.

Bei den Tumoren im Stadium T1b, in dem der Tumor die Submukosa erreicht hat, ist der Anteil im gleichen Zeitraum von 6,6 auf 20,9 Prozent gestiegen, wie Bentrem durch eine Analyse der National Cancer Data Base herausgefunden hat. Die Datenbank wird vom American College of Surgeons Commission on Cancer und der American Cancer Society betrieben. Dort hatten 824 Kliniken ihre Ergebnisse zu mehr als 5.000 Patienten gespeichert.

Die Datenbank dokumentiert auch die pathologischen Befunde jener Patienten, die sich für eine Operation entschieden hatten: Im Stadium T1a wurden bei 5,0 Prozent Metas­tasen in den Lymphknoten gefunden. Bei einem endoskopischen Eingriff wären sie nicht entfernt worden. Im Stadium T1b stieg die Rate der regionären Lymphknotenmetastasen auf 16,6 Prozent. Hier wäre durch eine endoskopische Therapie eine Heilungschance verpasst worden.

Bei der Entscheidung zwischen Endoskopie oder Operation kann möglicherweise die Größe des Primärtumors und die Histologie helfen. Tumore, die größer als 2 cm waren, sowie intermediäre oder high-grade Läsionen metastasierten häufiger. Bei Patienten mit einer low-grade-Läsion von weniger als 2 cm Ausdehnung wurden nach einer Operation nur in 0,5 Prozent der Fälle regionäre Lymphknotenmetastasen gefunden.

Bentrem rät dringend, den endoskopischen Eingriff auf Patienten zu beschränken, für die eine Operation zu gefährlich wäre. Seine Daten zeigen, dass das Sterberisiko in den ersten 30 Tagen nach einer endoskopischen Resektion um zwei Drittel niedriger ist (Hazard Ratio HR 0,33; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,19-0,58). Die 5-Jahres-Sterberate war jedoch um 63 Prozent höher (HR 1,63; 1,07-2,47). In absoluten Zahlen waren 5 Jahre nach der Operation noch 87,6 Prozent der Patienten am Leben gegenüber 76 Prozent nach einem endoskopischen Eingriff. © rme/aerzteblatt.de

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