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Kliniken von Fresenius Helios arbeiten mit Gewinn

Donnerstag, 31. Juli 2014

dpa

Köln – Der größte Klinikbetreiber in Deutschland, Fresenius Helios, erwirtschaftet mit seinen bisherigen und den zugekauften Krankenhäusern solide Gewinne. Das geht aus dem Bericht des Gesundheitskonzerns Fresenius für das erste Halbjahr 2014 hervor. Die Gruppe betreibt nach dem Zukauf von 40 Häusern der Rhön-Klinikum-AG 110 Kliniken, darunter 86 Akutkrankenhäuser mit sieben Maximalversorgern, in denen 68 731 Beschäftigte arbeiten.

Die Großakquisition im Volumen von drei Milliarden Euro, die schrittweise im Laufe des ersten Halbjahres vollzogen wurde, hat deutliche Spuren im Rechenwerk des Gesamt­konzerns hinterlassen, zu dem außer den Kliniken die Unternehmensbereiche Fresenius Medical Care (Dialysegeräte und –zentren), Fresenius Kabi (Infusionstherapie, Trans­fusionstechnik) und Fresenius Vamed (Dienstleistungen für Krankenhäuser) gehören.

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Der zugekaufte Krankenhausumsatz machte einen Großteil der siebenprozentigen Umsatzsteigerung im Konzern auf 10,7 Milliarden Euro aus im Vergleich zum ersten Halbjahr 2013. Zum Konzerngewinn von 487 Millionen Euro steuerten die Krankenhäuser 179 Millionen Euro bei. Dabei sind die Veräußerungsgewinne von zwei Helios-Kliniken (21 Millionen Euro) und der Gewinn aus dem Verkauf des Pakets von Rhön-Aktien (34 Millionen Euro) noch nicht einmal einberechnet.

Als Renditemaßzahl verwendet Fresenius die Relation von Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) zum Umsatz. Die bisherigen Helioskliniken kamen den Angaben zufolge auf 10,7 Prozent Umsatzrendite, die dazugekauften erzielten 8,2 Prozent, wobei es vom ersten zum zweiten Quartal 2014 schon eine Verbesserung gab. Ulf Schneider, Vor­standschef von Fresenius, hatte kürzlich gesagt, fünf bis sechs Jahre nach der Über­nahme erwarte man von einem Krankenhaus 12 bis 15 Prozent Rendite.

Die Integration der neu erworbenen Kliniken verlaufe planmäßig, heißt es in dem Zwischenbericht. Die bisherigen Integrationskosten werden mit acht Millionen Euro angegeben. Helios habe zudem das Klinikum in Cuxhaven mit 265 Betten und 40 Millionen Euro Umsatz von Rhön übernommen.  Fresenius Helios erwartet für das ganze Jahr ein organisches Umsatzwachstum, also ohne den Akquisitionseffekt, von drei bis fünf Prozent, und ein operatives Ergebnis (Ebit) von 540 bis 560 Millionen Euro. Die zugekauften Häuser sollen 1,8 Milliarden Euro zum Umsatz beitragen. © Stü/aerzteblatt.de

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Avatar #672734
isnydoc
am Donnerstag, 7. August 2014, 17:50

Gesundheitswirtschaft als "Allmende" betreiben?

Die Allmende ist eine Rechtsform gemeinschaftlichen Eigentums.
Als landwirtschaftlicher Begriff bezeichnet Allmende oder Gemeine Mark Gemeinschafts- oder Genossenschaftsbesitz abseits der parzellierten (in Fluren aufgeteilten) landwirtschaftlichen Nutzfläche. Als eine traditionelle Wirtschaftsform sind Allmenden heute noch im Alpenraum oder auf der schwedischen Insel Gotland, vor allem aber in ländlichen Gebieten der Entwicklungsländer, verbreitet.
Im über Landwirtschaft hinausgehenden Sinne wird der Begriff in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und den Informationswissenschaften verwendet, unter anderem bei Allmendegut, Wissensallmende, Tragik der Allmende und Tragik der Anti-Allmende. Dabei wird oft die britische Entsprechung Commons verwendet.
Im frühen Mittelalter gab es praktisch in jedem Dorf eine Allmende . Im 15. und 16. Jahrhundert eigneten sich in vielen Fällen die weltlichen Herrscher die Gemeindeflächen an was mit beim deutschen Bauernkrieg eine Rolle spielte. Ende des 19. Jahrhunderts wurde im Rahmen der Intensivierung des Landbaues vielfach eine Teilung der Allmenden herbeigeführt, d.h. juristisch nichts anderes als Veräußerung des Eigentums der Korporation an die Gemeindeglieder.
Avatar #93878
stapff
am Mittwoch, 6. August 2014, 16:18

Ja, es gibt "schlechte", unethische Gewinne in der Volkswirtschaft

Ich bin mir nicht sicher, was "isnydoc" mit seinem Kommentar bezweckt. Auch ohne Nachhilfeunterricht aus Wikipedia weiß man um die Besonderheiten im Gesundheitswesen (z.B. im Vergleich zur Konsumgüterindustrie). Wenn ich mir ein Auto kaufe bin ich üblicherweise der Nutznießer, Kaufentscheider und Bezahler in einer Person.
Im Gesundheitswesen jedoch entscheidet ein Arzt (oft gegängelt durch zentralwirtschaftliche Vorschriften), während ein anderer (Patient) von dieser Entscheidung profitieren soll, und ein dritter (meist die Solidargemeinschaft) dafür bezahlt. Das Gesundheitswesen kann schon alleine deshalb nicht mit (freier) Volkswirtschaft verglichen werden.
Wer Leistungen im Gesundheitswesen anbietet, muß dies zum Wohl der Patienten tun, nicht primär zur Gewinnmaximierung oder als Spekulationsobjekt für sogenannte Investoren. Wenn ein Krankenhausträger von vorneherein eine Rendite von 15% fordert und im Bericht einzig und alleine finanzielle Ziele aufzeigt anstatt Gesundheitsziele anzustreben (z.B. Anzahl geheilter Patienten, Reduktion nosokomialer Infektionen, Rückgang von Mortalität oder von Rezidiven, Patientenzufriedenheit etc., etc.), dann definiert dies eben "schlechte", sehr unethische Gewinne. Wenn ein Leistungsanbieter im Gesundheitswesen seine Einnahmen überwiegend aus der Sozialversicherung erhält und die Gewinne dann woanders ausschüttet ist das schlichtweg Diebstahl. Mit einem guten Anwalt käme man dann vielleicht noch mit Veruntreuung davon. Ethisch akzeptabel is es auf keinen Fall.
Avatar #672734
isnydoc
am Samstag, 2. August 2014, 21:12

Gibt es "gute" und "schlechte" Gewinne in der Volkswirtschaft?

Mehr zur Volkswirtschaft siehe hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Volkswirtschaft
Avatar #94527
Rie-Rie
am Samstag, 2. August 2014, 18:57

Gewinne aus Sozialversicherungsbeiträgen?

Wer erlaubt, dass Beiträge zur Sozialversicherung, die die Grundversorgung der Menschen in diesem Land sichern soll, dazu benutzt werden private Gewinne zu erwirtschaften? Dieses Verfahren ist so abstrus und mit dem eigentlichen Zweck einer Kran­ken­ver­siche­rung so wenig vereinbar, dass der Politik, die dies erlaubt, die Verantwortung für diesen Bereich entzogen werden müsste. Solange den Beschäftigten im Gesundheitswesen in vielen Fällen kein dem Arbeits- und Ausbildungsaufwand entsprechender Lohn bezahlt wird, sollten Spekulanten (Aktionäre) keine Gewinne "erspielen" dürfen.
Avatar #683978
heidi-hecht
am Freitag, 1. August 2014, 15:07

Gewinne für wen?

Ein Hoch auf die Wachstumsbranche Gesundheitsindustrie. Gewinne auf Kosten der Mitarbeiter und der Patienten, aber hochgepriesen ist Umsatz und Gewinn. Dass es sich nicht um den Verkauf von Waschmaschinen handelt: egal, auch der Mensch ist zum Handelsobjekt geworden.
Ich will jedenfalls nicht, dass sich Aktionäre mit meinen Versicherungsbeiträgen ein schönes, arbeitsfreies Leben machen.
LNS

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