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Medizin

Gonorrhö: Weniger Resistenzen auf Cefixim

Donnerstag, 31. Juli 2014

Stockholm – Die Zahl der Gonokokken, die gegenüber Cefixim, einem häufig einge­setzten oralen Cephalosporin der 3. Generation, resistent sind, ist europaweit zurück­gegangen, wie das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) in einem Report mitteilt.

Neisseria gonorrhoeae ist besonders anfällig für Resistenzen, da die Bakterien Resis­tenz­gene per Plasmid untereinander austauschen können. In den letzten Jahrezehnten haben deshalb nacheinander Sulfonamide, Penicillin, Tetrazykline und Chinolone ihre Wirksamkeit verloren. Zu den letzten gut wirkenden Antibiotika zählten Cephalosporine der 3. Generation, darunter das oral verfügbare Cefixim.

Als 2011 japanische Ärzte über einen Stamm berichteten, der gegenüber Cefixim und allen erhältlichen Antibiotika resistent war, hat dies auch in Europa für Verunsicherung gesorgt, wo die Gonorrhö mit mehr als 47.000 gemeldeten Fällen im Jahr 2012 nach Chlamydien die zweithäufigste sexuell übertragbare Erkrankung ist. Im Jahr 2010 hatte die ECDC den Anteil der Bakterien, die gegen Cefixim resistent sind, auf 8,7 Prozent geschätzt. Im Folgejahr kam es überraschend zu einem Rückgang auf 7,6 Prozent, der sich nun 2012 fortgesetzt hat. Laut dem aktuellen Report sind europaweit nur noch 3,9 Prozent der Gonokokken gegen Cefixim resistent.

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Die Gründe sind nach Einschätzung der ECDC vielfältig. Zum einen scheinen viele Kliniken aus Angst vor einer Resistenz auf Ceftriaxon ausgewichen zu sein, einem parenteral zu applizierenden Cephalosporin der 3. Generation. Dies scheint relativ schnell zum Rückgang des Stamms ST1407 geführt zu haben, der 2010 noch eine verminderte Empfindlichkeit gegenüber Cefixim gezeigt hatte.

Die Entwicklung ist für die ECDC jedoch keine Entwarnung. Wenn die Ärzte wieder häufiger Cefixim einsetzen, sei mit einem Wiederanstieg der Resistenzen zu rechnen. Die ECDC hat vor Jahren das Netzwerk EURO GASP (European gonococcal antimicrobial surveillance programme) gegründet, das die Resistenzentwicklung der Gonokokken auf europäischer Ebene beobachtet. © rme/aerzteblatt.de

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