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Medizin

Neuralrohrdefekt: Bluttest kann Folsäure-Versorgung anzeigen

Donnerstag, 31. Juli 2014

Atlanta – Die Bestimmung der Folsäurekonzentration in den Erythrozyten von Schwan­geren kann anzeigen, ob die Feten vor einem Neuralrohrdefekt geschützt sind. Dies geht aus einer Untersuchung im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2014; 349: g4554) hervor.

Ein Folsäuremangel ist die wichtigste Ursache für Neuralrohrdefekte wie Spina bifida oder Anenzephalie. Während Kanada und die USA Getreideprodukte mit Folsäure anreichern und damit die Rate der Neuralrohrdefekte gesenkt haben, setzten andere Länder, darunter Deutschland, weiter auf die freiwillige perikonzeptionelle Prophylaxe. Sie setzt allerdings einen aktiven Kinderwunsch der Frau voraus, da die Substitution vor der Schwangerschaft begonnen werden muss.

Das Risiko von Neuralrohrdefekten könnte im Prinzip auch durch eine gesteigerte Aufnahme von Folsäure in der Ernährung verhindert werden, doch die Angaben über die notwendige Zufuhr schwanken. Hinzu kommt, dass Gene die Versorgung beeinflussen. Eine Mutation im Gen für die Methylentetrahydrofolat-Reduktase senkt die Folsäurekonzentration im Blut und erhöht dadurch das Risiko eines Neuralrohrdefekts.

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Ein Bluttest, der die Folsäurereserven des Körpers angibt, könnte deshalb die Risikoabschätzung verbessern. Krista Crider von den Centers for Disease Control and Prevention in Atlanta und Mitarbeiter haben hierzu die Ergebnisse aus zwei bevöl­kerungsbasierten Studien aus China ausgewertet, in denen die Auswirkungen einer Folsäuresubstitution untersucht wurde.

In den beiden Kohorten wurden 250 von 220.000 Kindern mit einem Neuralrohrdefekt geboren. Es bestand eine inverse Korrelation mit der Folsäurekonzentration in den Erythrozyten: Bei einer Folsäurekonzentration von 500 nmol/l kamen auf 10.000 Geburten im Durchschnitt 25,4 Neuralrohrdefekte. Bei einer Konzentration von 1180 nmol/l waren es nur 6 Neuralrohrdefekte auf 10.000 Geburten. Crider schlägt einen Grenzwert von 1000 nmol/l vor.

Dieser Wert gilt streng genommen nur für die Konzentration in den Erythrozyten, nicht aber für den Plasmawert, der stärker schwanken kann. Ein Bluttest während der Schwangerschaft käme ohnehin zu spät, da die Neuralrohrdefekte in den ersten Wochen entstehen und die Reserven bereits zu Beginn der Schwangerschaft gefüllt sein sollten. Die Ergebnisse der Studie sind deshalb in erster Linie für die Forschung interessant, die sich einen Überblick über die Folsäureversorgung in der Bevölkerung machen möchte. © rme/aerzteblatt.de

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