NewsAuslandThailändische Leihmutter will für behindertes Baby kämpfen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Thailändische Leihmutter will für behindertes Baby kämpfen

Montag, 4. August 2014

Chon Buri – Die thailändische Leihmutter eines behinderten Babys hat sich erneut klar zu dem Jungen bekannt. „Trotz dieser bedrückenden Situation ist es ein Segen, dass wir zusammen sind“, sagte heute die 21-jährige Pattaramon Chanbua. Das australische Paar, das die Leihmutter engagierte und nach deren Angaben nur die gesunde Zwillingsschwester von Gammy aufnahm, will laut einem Medienbericht nichts von dem Jungen gewusst haben.

„Ich habe nie über eine Abtreibung nachgedacht, ich habe nie darüber nachgedacht, ihn im Stich zu lassen“, sagte Pattaramon in einer Klinik in der Provinz Chonburi südöstlich von Bangkok, wo der sieben Monate alte Junge mit Down-Syndrom derzeit wegen einer Lungenentzündung und Herzproblemen behandelt wird. „Ich liebe ihn wie mein eigenes Baby, er ist mein Baby, ich liebe ihn sehr.“ Gammy gehe es zunehmend besser. Die bislang rund 150.000 Euro an Spenden für das Baby sollen für dessen Behandlung und spätere Ausbildung verwendet werden.

Der Fall der Thailänderin hatte weltweit für Aufsehen gesorgt, nachdem ein australisches Paar die 21-Jährige für umgerechnet 11.100 Euro als Leihmutter angeworben hatte, jedoch laut Medienberichten nur die gesunde Zwillingsschwester bei sich aufnahm. Pattaramon hatte die Zwillinge im Dezember in einem Krankenhaus zur Welt gebracht. Ihren Angaben zufolge sah das australische Paar die beiden Neugeborenen dort Seite an Seite in einem Bett liegen, ließ den behinderten Jungen aber bei der Leihmutter zurück.

Anzeige

Leiheltern wollen nichts gewusst haben
Laut dem australischen Fernsehsender ABC will das australische Paar dagegen gar nichts von Gammy gewusst haben. Die Situation in dem thailändischen Krankenhaus sei „sehr verwirrend“ gewesen und es habe eine Verständigungsprobleme gegeben, sagte das Paar laut der ABC-Website in einem Gespräch mit dem Sender.

Pattaramon war nach eigenen Angaben von der Vermittlungsagentur auf Wunsch der australischen Eltern aufgefordert worden, das Baby abzutreiben, als die Down-Syndrom-Erkrankung bekannt wurde. Die Thailänderin lehnte dies ab. „Der Vermittler sagte, das Paar würde eine Abtreibung bezahlen, aber wir sind in einem buddhistischen Land, das verstehen sie nicht“, sagte sie. „Wenn ich abgetrieben hätte, wäre ich festgenommen worden, weil das einem Mord gleichkommt.“ Abtreibungen sind in Thailand bis auf wenige Ausnahmen wie etwa nach Vergewaltigung verboten.

Weltweite Empörung
Der Fall Gammy löste weltweit Empörung und eine Welle des Mitgefühls aus.  Auf der Internetseite „Hope for Gammy“ gingen neben Spenden auch zahlreiche Solidaritätsbekundungen von Menschen ein, die empört auf das Verhalten des australischen Paars reagierten. Australiens  Einwanderungsminister Scott Morrison würdigte Pattaramon heute als „Heilige“ und „absolute Heldin“.

Leihmutterschaften sind weltweit höchst unterschiedlich geregelt. In Australien sind sie nur erlaubt, wenn über die Erstattung medizinischer Kosten hinaus kein Geld fließt. In Deutschland ist eine Leihmutterschaft grundsätzlich verboten. Mutter eines Kindes ist nach deutschem Recht immer die Frau, die es geboren hat. © afp/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #688267
Max Schneider
am Montag, 1. September 2014, 17:39

Leihmutterschaften sind weltweit höchst unterschiedlich geregelt

„Ich habe nie über eine Abtreibung nachgedacht, ich habe nie darüber nachgedacht, ihn im Stich zu lassen“.Die Agentur muss darüber nachdenken. Das ist ihre Aufgabe. Die Aufgabe der Agentur. Keine Regelung der thailändischen Leihmutterschaft. Höchst schlecht.
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER