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Medizin

Weitere Risikogene des Pankreaskrebs gefunden

Montag, 4. August 2014

Bethesda – Die dritte genomweite Assoziationsstudie zum Pankreaskarzinom hat weitere Risikogene des Malignoms entdeckt, für das es bisher keine Früherkennung gibt. Eine Risikostratifizierung, die Personen für ein Screening auswählen könnte, wird durch die in Nature Genetics (2014; doi: 10.1038/ng.3052) publizierten Ergebnisse jedoch nicht möglich.

Das Pankreaskarzinom ist in Europa die fünfthäufigste Krebstodesursache. Mehr als 80 Prozent der Tumore werden in einem Stadium entdeckt, in dem eine Heilung nicht mehr möglich ist. Die meisten Patienten sterben innerhalb von 12 Monaten. Das US-National Institute of Health hat bisher drei genomweite Assoziationsstudien durchgeführt, um mögliche Risikogene zu finden, deren Existenz aufgrund einer familiären Häufung des Tumors vermutet wird. Die ersten beiden Studien hatten vier Gene ans Licht befördert. Ihnen folgen jetzt fünf weitere Gene sowie ein sechstes mit zweifelhafter statistischer Signifikanz.

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Das Team um Rachael Stolzenberg-Solomon und Laufey Amundadottir vom National Cancer Institute in Bethesda/Maryland verglich das Erbgut von 7.683 Patienten und 14.397 Kontrollen europäischer Herkunft an etwa 700.000 Einzelnukleotid-Polymor­phismen (SNP). In neun SNP wurden statistisch signifikante Unterschiede gefunden. Ein „Glückstreffer“, der einen Großteil der Tumore erklären würde, war nicht darunter. Dies war auch nicht zu erwarten gewesen, da die familiäre Häufung beim Pankreaskarzinom eher schwach ausgeprägt ist.

Die Forscher schätzen, dass 13 Prozent der Tumore vererbt werden. Von diesen 13 Prozent werden gerade einmal relative 9 Prozent durch die jetzt entdeckten SNP erklärt. Auch wenn Träger von mehreren Risikogenen ein mehr als zweifach erhöhtes Risiko haben, lassen sich die Ergebnisse derzeit nicht für eine Selektionierung von Personen nutzen, denen aufgrund eines erhöhten genetischen Risikos regelmäßig zu Ultraschall­untersuchungen oder Kernspintomographien geraten werden könnte. Der klinische Nutzen dieser Früherkennung ist ohnehin derzeit nicht belegt. © rme/aerzteblatt.de

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