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Politik

Hüppe: Leihmutterschaft ist Menschenhandel

Dienstag, 5. August 2014

Hubert Hüppe dpa

Berlin – Mit Blick auf den Fall einer thailändischen Leihmutter hat der frühere Behinder­tenbeauftragte der Bundesregierung, Hubert Hüppe (CDU), die Praxis der Leihmutter­schaft stark kritisiert. Diese sei „letztlich Menschenhandel“, sagte der CDU-Bundestags­abgeordnete heute in Berlin. Denn ein Vertrag verpflichte die Leihmutter zur Herausgabe des Kindes und regele die ihr dafür zustehende Bezahlung.

Nach Medienberichten hatte ein australisches Ehepaar in Australien nach der Geburt von Zwillingen durch eine thailändische Leihmutter lediglich ein Kind abgeholt. Ein Junge mit Down-Syndrom blieb danach bei seiner Leihmutter, die sich auch weiterhin um ihn kümmern wolle. In Deutschland sind Leihmutterschaft und Eizellspende gesetzlich verboten.

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Angesichts der Diskussion über eine Legalisierung dieser Praktiken, etwa als Thema der Jahrestagung des Deutschen Ethikrats oder in der Arbeitsgruppe Fortpflanzungsmedizin der Nationalakademie Leopoldina, sei der thailändische Fall ein Warnsignal, so Hüppe weiter. Medienberichte, dass die Leihmutter sich geweigert habe, ein Baby mit Down-Syndrom abzutreiben und daher dieses Kind nach der Geburt bei ihr zurückgelassen worden sei, seien noch nicht gerichtlich überprüft.

Musterverträge zur Leihmutterschaft im Internet
Es gebe aber im Internet Musterverträge zur Leihmutterschaft, die derartige Fälle vertraglich regelten. So sei die Verpflichtung zur Pränataldiagnostik und auch zur Abtreibung, wenn die zahlenden Bestelleltern dies wünschen, in derartigen Verträgen üblich. Eine vertragliche Verpflichtung zur Lieferung eines nichtbehinderten Kindes oder die Nichtabnahme eines behinderten Kindes verdeutlichten noch einmal, dass es sich nicht um die bedingungslose Annahme eines neuen Familienmitglieds, sondern um eine Geschäftsbeziehung handele.

Hüppe will Rechtslage in Deutschland klären
Hüppe erklärte, er habe eine schriftliche Anfrage an die Bundesregierung gestellt, ob in Deutschland ausreichende rechtliche Voraussetzungen bestünden, im Falle deutscher „Bestelleltern“ Unterhalt für ein von diesen nicht abgenommenes Kind gerichtlich geltend zu machen. Darüber hinaus sei zu prüfen, ob im deutschen Recht ein Verbot ausländischer Leihmutterschaften verankert werden könne.

Bereits am Montag hatte Ethikratsmitglied Peter Dabrock im domradio erklärt, der aktuelle Fall aus Thailand verdeutliche „die hohe Ambivalenz, die viele reproduktions­medizinische Technologien und viele Machbarkeitswünsche der Menschen mit sich bringen“. © kna/aerzteblatt.de

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Avatar #688267
Max Schneider
am Montag, 1. September 2014, 17:11

Lewitscharoffs Einfluß

Dieser Herr erinnert mich an die Frau Lewitscharoff. Warum wird nicht das Leihmutterschaftssystem in Thailand infrage gestellt? Im Resultat büßen alle Unschuldige für einen Schuldigen.
Avatar #688340
LuluStein
am Freitag, 22. August 2014, 15:48

Biotexcom

Ich hab auch diese Klinik im Internet gefunden... Und dort ist Leihmutterschaft kein Geschäft. Die Klinik hilft kinderlosen Paaren, Eltern zu werden. Die Leihmutter werden anonym ausgewählt... alles ist legal.
Avatar #688267
Max Schneider
am Freitag, 15. August 2014, 12:13

Es gibt doch einen Vertrag...

In vielen Leihmütter-Verträgen ist die Verpflichtung zur Abtreibung verankert. Das weiss ich ganz genau, weil ich Biotexcom ( die Ukraine) aufgesucht habe.
Avatar #688340
LuluStein
am Donnerstag, 14. August 2014, 10:00

Kein Gesetz?

Die Tatsache, dass australisches Paar nur ein Kind abgeholt hat, ist sehr umstritten. Mann soll die Eltern nicht beklagen, weil sie keinen Vertrag geschlossen haben. Wenn die Leihmutterschaft in einem Land erlaubt ist, muss dieses Land unbedingt alles gesetzlich reguliert. In Thailand gibt es solches Gesetz nicht, der dieses Problem lösen kann. Niemand kann die Schuldigen finden. In der Ukraine z.B. wurden die Leihmutterschaftsprogramme streng reguliert. Sowohl die Leihmutter als auch die Sorgeeltern sollen für alle ihre Tate haften verantwortlich. sein.
Avatar #688267
Max Schneider
am Montag, 11. August 2014, 15:05

Biologie ist lediglich nur Biologie, auch wenn es zur Abtreibung kommt.

Aber warum die Leihmutter sich geweigert hat, ein Baby mit Down-Syndrom abzutreiben, falls sie nur "Arbeiterin" ist.
Alle Momente erscheinen verdächtig: die Klinik, die für solche Fälle nichts vorgesehen hat, die Leihmutter , offensichtlich Sainte Leihmutter, obwohl sie vor allem an kommerziellen Vorteilen interessiert war. Sogar in der Ukraine sind SCREENINGS vorgesehen.
Avatar #111441
borgmann4
am Dienstag, 5. August 2014, 20:56

Im Falle der beiden Zwillinge, die von einer thailändischen Leihmutter...



ausgetragen wurden, handelt sich nicht nur "letztlich" um Menschenhandel. Der biologische Vater der Babies ist in den 90er Jahren zusammen mit seiner Schwester wegen mehrfachen sexuellen Missbrauchs von Mädchen zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Dieser Australier und seine jetzige Ehefrau hätten in ihrem Heimatland niemals die Erlaubnis zur Adoption bekommen. Sie gaben ihre zukünftigen kleinen Opfer selbst in Auftrag. Verwendbar war offenbar nur das nicht-behinderte, gesunde kleine Mädchen. Nicht sein vom Downsyndrom und einem Herzfehler betroffener Zwillingsbruder.
Ich hoffe inständig, dass die australischen Behörden für die Sicherheit des hilflosen Babies sorgen, das Menschen ausgeliefert ist, die mit ziemlicher Sicherheit alles Mögliche sind: nur keine guten Eltern.

Missbraucher sind häufig gewiefte, mit allen Wassern gewaschene Kriminelle. Dass sie auf die Idee kommen, sich Säuglinge per Leihmutterschaft im Ausland zu beschaffen, um sie in der Heimat dann regelrecht für ihre Zwecke abzurichten liegt nahe.

Solchen, besonders hinterhältigen Verbrechern das Handwerk zu legen, sollte selbstverständlich sein.

Angelika Oetken, Berlin-Köpenick, eine von 9 Millionen Erwachsenen in Deutschland, die in ihrer Kindheit und/oder Jugend Opfer schweren sexuellen Missbrauchs wurden
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