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Medizin

Ebola: US-Patienten erhielten experimentellen Antikörper-Cocktail

Dienstag, 5. August 2014

Kent Brantly am 23. Juni im Krankenhaus in Foya (Liberia) /dpa

Atlanta – Die beiden US-Amerikaner, der Arzt Kent Brantly und die Missionarin Nancy Writebol, die sich in Liberia mit dem Ebolavirus infizieren haben, sollen sich auf dem Weg der Besserung befinden. Dies teilt die Hilfsorganiation Samaritan's Purse mit. Beide seien noch vor ihrer Abreise mit einem „experimentellen Serum“ behandelt worden. Brantly sei zusätzlich mit dem Serum eines 14-jährigen Kindes behandelt worden, das eine Ebola-Infektion überstanden hatte.

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Der Arzt Brantly wird derzeit auf einer Isolierstation im Emory University Hospital in Atlanta behandelt. Die Missionarin Writebol soll dort am Dienstag eintreffen. Bei dem „experimentellen Serum“ handelt es sich offenbar um ZMapp, einem Cocktail aus drei humanisierten Antikörperpräparaten, der aus zwei Vorläuferpräparaten zusammen­gestellt wurde: ZMAb von der Firma Defyrus in Toronto und MB-003 von Mapp Biophar­ma­ceutical in San Diego.

Bislang nicht am Menschen getestet
Die Lizenz beider Präparate besitzt LeafBio, ebenfalls aus San Diego. Die Antikörper werden in genmodifizierten Tabakpflanzen von Kentucky Bioprocessing mit Sitz in Owensboro/Kentucky hergestellt. Sie sind derzeit nicht von der FDA zur Behandlung von Ebola zugelassen und wurden vormals nicht am Menschen getestet.

Die Vorläuferpräparate bestehen aus jeweils drei monoklonalen Antikörpern, die gegen Epitope des Ebolavirus gerichtet sind. Die beiden Präparate wurden separat an Primaten getestet. ZMAb wurde an Javaneraffen und Makaken getestet. Die Antikörper wurden dabei teilweise mit Interferon alpha kombiniert, das von genmanipulierten Adenoviren freigesetzt wird.

Einige Tiere überlebten, auch wenn die Behandlung erst bis zu vier Tage nach der Virämie erfolgte (Sci Transl Med 2013; 5: 207ra143). MB-003 ist ebenfalls eine Mischung aus drei Antikörpern. Die Therapie war bei Makaken wirksam, wenn die Tiere in den ersten beiden Tagen nach der Infektion behandelt wurden (Sci Transl Med 2013; 5: 199ra113).

Die Produktion in den Tabakpflanzen ist langwierig und nach Auskunft des Herstellers sind derzeit nur sehr begrenzte Mengen des Wirkstoffs verfügbar. Der Hersteller bemüht sich allerdings, die Produktion zu steigern.

Nach einem Bericht von CNN wurden die beiden Patienten erst nach dem Ausbruch der Erkrankung mit dem aus den USA eingeflogenen Präparat behandelt. Die Wirkung wird als durchschlagend beschrieben. © rme/aerzteblatt.de

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