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Medizin

Ebola: Experten sehen keine Gefahr für Europa

Dienstag, 5. August 2014

Stockholm/Hamburg – Trotz der steigenden Zahl von Infektionen in Guinea, Liberia und Sierra Leone bleiben die Gesundheitsbehörden gelassen. Für das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) ist die Reise in die betroffenen Länder unge­fährlich, wenn einige Schutzmaßnahmen beachtet werden. Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin hält es für unwahrscheinlich, dass die Erkrankung durch Migranten Europa erreicht, wäre aber vorbereitet.

Die ECDC betont, dass das Ebola-Virus nur durch direkten Kontakt mit Blut, Sekreten, Organen oder anderen Körperbestandteilen von Erkrankten oder Toten übertragen wird. Gefährdet seien in erster Linie die Angehörigen sowie Ärzte und Pflegepersonal, die direkten Kontakt zu den Patienten haben. Die Chancen, dass Touristen zufällig auf einen an Ebola erkrankten Menschen treffen, sei sehr gering, da die Patienten sich aufgrund ihrer schweren Symptome nicht in der Öffentlichkeit aufhalten.

Ansteckungsrisiko vor Beginn der Symptomatik gering
Ein Ansteckungsrisiko vor Beginn der Symptomatik muss als sehr gering bewertet werden, erklärt Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin. Auch die Chance, dass Patienten als Touristen nach Europa gelangen, schätzt der Experte als gering ein, da sich in den betroffenen Regionen nur wenige Menschen Fernflüge leisten könnten. Eine Gefahr bestehe eher bei innerafrikanischen Flügen. Der Flugverkehr werde national nicht so streng kontrolliert, wie dies international üblich sei.

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Selbst wenn das Virus Europa erreichen sollte, rechnet der Hamburger Experte nicht mit einer Epidemie. Er verweist auf die erfolgreiche Isolation von Marburg-Virus-Infizierten in den Jahren 1967 und 2008. Die Viren hatten keine Chance sich auszubreiten, versichert Schmidt-Chanasit. Das Hamburger Tropeninstitut wäre auf den Ernstfall vorbereitet. Als Kooperationszentrum der Welt­gesund­heits­organi­sation und als Nationales Referenz­zentrum für diese Erkrankungen würde es bei einem Ebola-Verdachtsfall in Deutschland oder Europa hinzugezogen.

Das Institut verfügt über eine Isolierstation und hat den Umgang mit den Patienten jahrelang erprobt. Dass sich in den betroffenen Ländern immer wieder Ärzte und Pflegepersonal infizieren, überrascht den Hamburger Experten. Die Einhaltung der strengen Sicherheitsmaßnahmen schließe eine Ansteckung eigentlich aus.

Schmidt-Chanasit vermutet, dass diese Sicherheitsrichtlinien in den betroffenen Ländern zum Teil nicht eingehalten würden und es dadurch zu Kontakt mit Körperflüssigkeiten von Infizierten gekommen sei. Die Gefahr bestehe beispielsweise, wenn Teile der Schutzkleidung nicht ausreichend desinfiziert würden. © rme/aerzteblatt.de

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