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Medizin

Studie: Mammographie auch nach dem 75. Lebensjahr sinnvoll

Mittwoch, 6. August 2014

dpa

Seattle – Die Mammographie, die die American Cancer Society bei Frauen in guter Gesundheit auch jenseits des 75. Lebensjahres empfiehlt, kann einer Kohortenstudie in Radiology (Online) zufolge in dieser Altersgruppe die Ausdehnung der Operation begrenzen und vielen Frauen eine Chemotherapie ersparen. Auch die 5-Jahres­überlebensrate konnte verbessert werden.

Von den mehr als 14.000 Frauen, bei denen zwischen 1990 und 2011 am Swedish Cancer Institute in Seattle ein Brustkrebs diagnostiziert wurde, waren 1.162 älter als 75 Jahre. Der Anteil der Tumore, die durch eine Mammographie entdeckt wurden, ist in diesem Zeitraum von 49 auf 70 Prozent gestiegen. Für Judith Malmgren von der School of Public Health and Community Medicine an der Universität des Staates Washington, ebenfalls in Seattle, ist dies eine gute Entwicklung.

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Eine 75-jährige Frau habe in den USA derzeit eine durchschnittliche Lebenserwartung von 13 Jahren. Eine frühzeitige Diagnose, die die 5-Jahresüberlebensrate verlängere, sei deshalb für gesunde Frauen in diesem Alter durchaus relevant. Tatsächlich zeigt ihre Auswertung, dass fünf Jahre nach der Diagnose durch eine Mammographie noch 97 Prozent der Frauen lebten. Von den Frauen, die nicht an der Mammographie teilge­nommen hatten, betrug die 5-Jahresüberlebensrate nur 87 Prozent.

Die durch eine Mammographie diagnostizierten Tumore befanden sich zu 62 Prozent im Stadium I, während die von den Patienten selbst oder während einer klinischen Untersuchung entdeckten Tumore zu 59 Prozent das Stadium II und III erreicht hatten.

Dies hatte direkte Auswirkungen auf die Behandlung. Die durch die Mammographie entdeckten Tumore konnten häufiger durch eine Lumpektomie entfernt werden und die Patientinnen benötigten seltener eine Chemotherapie, berichtet Malmgren. Für eine Früherkennung durch die Mammographie spreche auch, dass falsch positive Befunde im hohen Alter selten seien.

© rme/aerzteblatt.de

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