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Ausland

Ebola: WHO ruft möglicherweise internationale Krise aus

Mittwoch, 6. August 2014

Ein Informationsplakat für die Einwohner in Freetown, Sierra Leone /dpa

Abuja – WHO-Experten beraten seit Mittwoch in einer Krisensitzung darüber, ob Ebola zur internationalen Krise ausgerufen werden soll. Bislang hat die WHO keine weltweit gültigen Empfehlungen zum Umgang mit der Epidemie wie etwa Reise- und Handels­beschränkungen herausgegeben. Eine Entscheidung der UN-Experten soll voraus­sichtlich erst am Freitag bekannt gegeben werden. Derartige Krisensitzungen der Welt­gesund­heits­organi­sation sind relativ selten und zeigen das Ausmaß der Sorge angesichts der Ebola-Epidemie.

Mehr als 900 Ebola-Patienten gestorben
Den letzten Angaben zufolge sind der Ebola-Epidemie bereits mehr als 900 Menschen zum Opfer gefallen. Aus den betroffenen Ländern in Westafrika seien bis zum 4. August insgesamt 1.711 Fälle von Ebola sowie Ebola-Verdacht gemeldet worden. 932 dieser Patienten seien gestorben, teilte die WHO am Mittwoch mit. Bei 603 der Toten sei Ebola bestätigt, bei den anderen wahrscheinlich, aber noch nicht eindeutig nachgewiesen.

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Mit fast 700 Fällen ist Sierra Leone am stärksten betroffen. Im bevölkerungsreichsten Land Afrikas, Nigeria, ist unterdessen ein zweites Opfer an Ebola gestorben. Eine Krankenschwester erlag nach Angaben des Ge­sund­heits­mi­nis­teriums vom Mittwoch der Krankheit, nachdem sie einen Ende Juli erkrankten und inzwischen verstorbenen Patienten betreut hatte.

Insgesamt erkrankten in Nigeria laut Ge­sund­heits­mi­nis­ter Onyebuchi Chukwu bislang sieben Menschen an Ebola – alle standen in Kontakt mit einem aus Liberia eingereisten Mann, der Ende Juli der Krankheit erlag. In Liberia erkrankten seit Jahresbeginn bereits mehr als 300 Menschen an Ebola, mehr als die Hälfte der Betroffenen starben.

Erstmals wird ein Ebola-Patient nach Europ geflogen
Die spanische Regierung lässt erstmals einen Ebola-Infizierten nach Europa bringen. In Madrid startete am Mittwoch eine Maschine der Luftwaffe, um einen mit dem Ebola-Virus infizierten Spanier aus Westafrika in sein Heimatland zurückzubringen. Das Flugzeug vom Typ Airbus A-310 sei mit den erforderlichen medizinischen Einrichtungen ausge­rüstet worden, verlautete aus dem Verteidigungsministerium.

Bei dem Transport des 75 Jahre alten Geistlichen Miguel Pajares würden die strengsten Sicherheits- und Quarantäne-Vorkehrungen der WHO eingehalten.

Seit acht Jahren hatte der Spanier Miguel Pajares in einem Krankenhaus in Liberia gearbeitet. Spanien ist damit nach den USA der zweite westliche Staat, der bei der aktuellen Epidemie in Westafrika einen mit Ebola infizierten Staatsbürger heimholt.

Der aus der Gegend von Toledo in Mittelspanien stammende Pajares hatte in Monrovia in einem mittlerweile geschlossenen Krankenhaus gearbeitet. Dort hatte der Spanier den später an Ebola gestorbenen Direktor Patrick Nshamdzea gepflegt. Am Montag ergab ein Test, dass er ebenfalls mit dem Virus infiziert wurde.

Sierra Leone mobilisiert die Armee
In Sierra Leone ordnete Präsident Ernest Bai Koroma die Entsendung hunderter Soldaten in die Krankenhäuser an, um die Einhaltung der Quarantänevorschriften durchzusetzen. Damit sollten Familien und Freunde mutmaßlicher Ebola-Kranker davon abgehalten werden, die Patienten ohne Zustimmung der Ärzte heimzuholen, erklärte ein Präsidentensprecher. © afp/dpa/aerzteblatt.de

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