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Medizin

Adipöse überleben Sepsis häufiger

Donnerstag, 7. August 2014

Ann Arbor – Das Adipositas-Paradoxon, wonach fettleibige Menschen zwar anfälliger für Erkrankungen, im Fall einer akuten Krise jedoch widerstandsfähiger sind als Schlanke, trifft offenbar auch auf die Sepsis zu, wie eine Studie in Critical Care Medicine (2014; 42: 1766–1774) zeigt.

Der Intensivmediziner Hallie Prescott von der University of Michigan in Ann Arbor hat die Daten von 1.404 Begünstigten der staatlichen Kran­ken­ver­siche­rung für Senioren (Medicare) ausgewertet, die wegen einer Sepsis in der Klinik behandelt wurden. Übergewicht und Adipositas waren zwar mit einem verlängerten Aufenthalt und damit mit erhöhten Behandlungskosten verbunden.

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Es kam aber offenbar nicht zu häufigeren Komplikationen, weil die Tagesbehand­lungskosten gleich waren. Nach der Entlassung erholten sich die übergewichtigen Patienten besser von der Erkrankung, wie die Analyse der Sterberegister zeigt.

Die Einjahressterberate war bei den adipösen Patienten um 41 Prozent niedriger als bei den Normalgewichtigen. Bei extrem adipösen Patienten war das Sterberisiko sogar um 54 Prozent vermindert. Die Gründe für die besseren Überlebenschancen nach einer Sepsis konnte die Studie nicht klären. © rme/aerzteblatt.de

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