Medizin

Studie sieht Vitamin D-Mangel als Demenzrisiko

Donnerstag, 7. August 2014

Exeter – Senioren mit niedrigen Vitamin D-Konzentrationen hatten in einer prospektiven Beobachtungsstudie in Neurology (Online) ein zweifach erhöhtes Risiko, an einer Demenz oder einem Morbus Alzheimer zu erkranken. Dies muss allerdings nicht bedeuten, dass eine Substitution des „Sonnenhormons“ vor einer Altersdemenz schützt.

Da viele ältere Menschen in den Industrieländern sich wenig im Freien aufhalten, ist ein Vitamin D-Mangel im Alter verbreitet. Zu den möglichen Folgen könnte eine Demenz gehören, vermutet David Llewellyn von der University of Exeter. Der Forscher hat den Zusammenhang jetzt an einer Kohorte von 1.658 Amerikanern untersucht, bei denen vor sechs Jahren der Vitamin D-Spiegel im Blut bestimmt worden war.

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Inzwischen sind 171 Teilnehmer der Cardiovascular Health Study an einer Demenz erkrankt, bei 102 wurde die Diagnose eines Morbus Alzheimer gestellt. Llewellyn fand heraus, dass Teilnehmer mit einem Vitamin 25(OH)D-Wert von unter 25 nmol/l, der als schwerer Mangel eingestuft wird, 2,25-fach häufiger an einer Demenz erkrankten. Das Risiko auf einen Morbus Alzheimer war um den Faktor 2,22 erhöht. Bei einem leichten Defizit (Vitamin 25(OH)D zwischen 25 und 50 nmol/l), war das Risiko um 53 Prozent beziehungsweise um 69 Prozent erhöht. Weitere Analysen ergaben, dass eine Konzentration von 50 nmol/l notwendig ist, um eine Demenzerkrankung zu vermeiden.

Laut Llewellyn ist es die erste größere Untersuchung, die den Zusammenhang untersucht hat. Zwei kleinere frühere Untersuchungen hatten zu keinem eindeutigen Ergebnis geführt. Wie ein Vitamin D-Mangel die Gedächtniszentren des Gehirns schädigen könnte, ist nicht genau bekannt. Viele Hirnzellen hätten jedoch Rezeptoren für  Vitamin D3 und auch das Enzym, 1a-Hydroxylase, das für die Synthese der bioak­tiven Form des Vitamins benötigt werde, sei im Gehirn verbreitet, schreibt Llewellyn. Vitamin D würde auch von Makrophagen benötigt, die im Gehirn für die Beseitigung von Amyloidablagerungen zuständig sind.

Eine plausible biologische Erklärung und die Assoziation in einer Beobachtungsstudie sind allerdings noch kein Beweis, dass die Gabe von Vitamin D im Alter Demenzer­krankungen vorbeugen könnte. Dies könnte nur durch eine randomisierte klinische Studie belegt werden. Eine solche Studie steht noch aus.

Die Vitamin D-Substitution im Alter ist in klinischen Studien zur Osteoporose-Prophylaxe untersucht worden, so beispielsweise in der Calcium/Vitamin D Supplementation Study, eine Unterstudie der Women’s Health Initiative). Dort waren 2.034 Frauen im Alter über 65 Jahre auf eine Therapie mit 400 IU Vitamin D3 (plus 1000 mg Kalzium) oder Placebo randomisiert worden. Eine kürzlich veröffentlichte Post-hoc-Analyse ergab nun, dass in den ersten 7,8 Jahren der Vitamin D-Substitution nicht weniger, sondern tendenziell sogar mehr Demenzerkrankungen auftraten (J Am Geriatr Soc. 2012; 60: 2197–2205).

Eine Post-hoc-Analyse ist aus statistischen Gründen mit einem Fragezeichen zu versehen. Es wäre allerdings nicht das erste Mal, dass randomisierte klinische Studien die Erwartungen von prospektiven Beobachtungsstudien nicht erfüllt hätten. © rme/aerzteblatt.de

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Dr.Bayerl
am Sonntag, 24. April 2016, 11:30

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weniger die unzureichende orale Zufuhr (Fleisch), sondern auch zunehmende Resorptionsstörung im Magen.

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