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Masernerkrankungen in Berlin 2013 auf Rekordniveau

Donnerstag, 7. August 2014

Berlin – Die Zahl der Masernerkrankungen in Berlin ist 2013 auf ein Rekordhoch seit Beginn der Meldepflicht 2001 gestiegen. Das geht aus dem aktuell vorgestellten Jahresbericht 2013 des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) hervor. Demnach wurden im vergangenen Jahr in Berlin 492 Fälle gemeldet, in denen sich Kinder und Erwachsene mit Masern infizierten. Eine Besonderheit des Masern­geschehens war der große Anteil von erwachsenen Erkrankten.

So waren 52 Prozent der Erkrankten älter als 16 Jahre, darunter 22 Prozent älter als 30 Jahre. Acht Prozent waren jünger als ein Jahr alt. Da die Infektion bei Älteren in der Regel schwerer verläuft, mussten auch deutlich mehr ältere Menschen in Krankenhäusern behandelt werden als Kinder und Jugendliche. Von den Erkrankten über 30 Jahre bedurfte mit 46 Prozent fast die Hälfte einer Krankenhausbehandlung.

Dem LAGeSo zufolge macht dieser besondere Masernausbruch, der im Zusammenhang mit einer internationalen Messe stattfand, deutlich, dass es bei der ernstzunehmenden Krankheit empfindliche Impflücken in der Gesellschaft gibt. „Impfen ist der wirksamste Schutz gegen viele Infektionen, besonders auch gegen die gefährlichen Masern“, sagte Berlins Senator für Gesundheit und Soziales, Mario Czaja (CDU), bei der Vorstellung des Berichtes. Der Impfschutz für den Einzelnen sei auch ein Gesundheitsschutz für die Gesellschaft. „Alle sollten daher ihren Impfstatus vom Hausarzt überprüfen lassen und gegebenenfalls zur Impfung gehen“, riet der Senator.

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Darüber hinaus standen laut Bericht 2013 die gemeldeten Erkrankungen durch Noroviren mit 7.434 Fällen an erster Stelle der Infektionen. Zudem verzeichnete das LAGeSo eine steigende Zahl an Borreliose-Erkrankungen. © hil/aerzteblatt.de

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dr.med.thomas.g.schaetzler
am Freitag, 8. August 2014, 21:17

Re-Evaluation des Impfkonzepts!

Schon mehrfach habe ich kommentiert: Unser Impfkonzept muss erneut vorurteilsfrei zu re-evaluieren und grundsätzlich kritisch betrachtet werden. U n a b h ä n g i g davon, ob alle 492 Masern-"Fälle" in Berlin unzureichend oder gar nicht vorgeimpft wurden, sind nach weltweiter klinischer Erkenntnis die zwei Masern-Mumps-Röteln Grundimmunisierungen in der frühen Kindheit n i c h t ausreichend, um lebenslang zuverlässig protektive Antikörper aufrecht zu erhalten. Das hat zum einen mit dem Impfstoff selbst und zum anderen mit der verlangsamten Generationenfolge insbesondere in post-industriellen Gesellschaften zu tun, wo spontane Boosterungen selten geworden sind.

Was die Qualität der Impfstoffe angeht sind sowohl die Hersteller als auch die STIKO mit verantwortlich. Gebetsmühlenartig wiederholt deren Vorsitzender die Notwendigkeit von Impfungen, verschweigt aber z. B., dass die immunogene Wirksamkeit einer einzigen konventionellen Influenza-Impfung nach FDA-Angaben in den USA maximal zu 60 Prozent protektive Wirkung entfaltet. D e s h a l b ist die jährliche Auffrischung so notwendig. Bei kritischen Nachfragen wird zugleich von der STIKO reflexartig fundamentalistische Impfgegnerschaft vermutet. Vgl. Kontroverse in der Ärzte Zeitung:
http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/impfen/article/851056/masern-impfziele-verfehlt.html

Impfstoffhersteller entlarven sich regelmäßig selbst: Mit ständigen Innovationen, Markennamen-Änderungen und angeblichen "Weiterentwicklungen und "Verbesserungen" von Impfstoffen beweisen sie doch s e l b s t , wie unzureichend ihre Vorläufer-Produkte gewesen sein müssen. Beispiele aus jüngster Zeit: Pneumokokken- und Meningokokken-Impfungen bzw. konkurrierende Aussagen zu zwei verschiedenen HPV-Impfungen. Vom Streit um die z u s ä t z l i c h e und extra-teure "Schweinegrippe"-Impfung, die in der Folgesaison wie selbstverständlich in den allgemeinen Influenza-Schutz integriert werden konnte, will ich erst gar nicht anfangen.

Eine löbliche Ausnahme sollte nicht unerwähnt bleiben. Dank der unermüdlichen Forschungstätigkeit von Prof. Jilg in Regensburg ist der Hepatitis A+B-Impfschutz evaluiert und erheblich verbessert worden. Dank der Antikörper-Titer-Messung kann die Zuverlässigkeit und Dauer des Hepatitis A+B-Impfschutzes jederzeit detektiert und evaluiert werden. Dadurch können viele u n n ö t i g e Auffrischungen eingespart werden, o h n e den permanenten Schutz zu gefährden. Doch Vorsicht: Hier genügen wegen der relativ langen Inkubationszeit und Virus-Replikation ganz geringe Antikörper-Spiegel, um die Virusvermehrung sozusagen immunologisch zu "überholen". Aggressive Virusvarianten mit extrem hoher Replikationsrate sind davon natürlich ausgenommen.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund (derzeit Valdez/Alaska/USA)
LNS

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