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Gaza: Internationales Rotes Kreuz will Angriffe auf Zivilisten untersuchen

Freitag, 8. August 2014

Jerusalem – Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat eine Untersuchung zu den Angriffen auf Rettungskräfte im Gaza-Konflikt angekündigt. „Das humanitäre Völkerrecht wurde in diesem Konflikt nicht präzise und ehrgeizig angewendet", kritisierte der IKRK-Präsident Peter Maurer am Donnerstag nach einem Besuch im Gazastreifen vor der Presse in Ost-Jerusalem. Seine Organisation werde sehr genau die Vorfälle untersuchen, bei denen medizinischer Personal und „unsere Kollegen des Paläs­tinensischen Roten Halbmondes getötet wurden”.

Angriffe auf Krankenhäuser und Rettungssanitäter hätten in den letzten Jahren weltweit bei bewaffneten Konflikten zugenommen, etwa in Syrien, kritisierte der IKRK-Präsident. Er zeigte sich erschüttert von der Zerstörung in dem Küstengebiet. „Was ich an beson­ders betroffenen Orten gesehen und von Opfern in Krankenhäusern in Gaza gehört habe, hat mich tief bedrückt und geschockt", sagte der Schweizer.

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Die Genfer Abkommen seien „zum Schutz der Bevölkerung in Kriegssituationen geschaffen worden. Und da muss ich frustriert sein, wenn wir hier nach vier Wochen bewaffneter Auseinandersetzung dieses Ausmaß an Zerstörung und zivilen Opfern sehen", klagte Maurer. Entsprechend der Prinzipien des Roten Kreuzes vermied er jedoch einseitige Schuldzuweisung. „Die Verantwortung für das Geschehen kann auf unterschiedlichen Seiten liegen”, sagte Maurer.

Sie würden die Konfliktparteien „nur mit sehr präzisen Informationen konfrontieren”, sagte Maurer. Das IKRK werde auf Basis eigener Daten und von Zeugenaussagen einen vertraulichen Bericht zu dem vierwöchigen Konflikt erstellen, der zusammen mit genauen Empfehlungen allen Beteiligten vorgelegt werde. „Ziel ist sicherzustellen, dass wir solch ein Ausmaß an zivilen Opfern nicht noch mal erleben müssen”, sagte Maurer.

Nach UN-Angaben wurden im jüngsten Gazakrieg rund 1.800 Palästinenser getötet, von denen etwa 1.300 Zivilisten waren. Auf israelischer Seite starben 64 Soldaten und drei Zivilisten. © afp/aerzteblatt.de

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