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Medizin

Bisphosphonate schützen nicht vor Brustkrebs

Dienstag, 12. August 2014

San Francisco. Die zur Behandlung der Osteoporose zugelassenen Bisphosphonate können postmenopausale Frauen nicht vor Brustkrebs schützen. Dies kam in einer Analyse randomisierter Studien in JAMA Internal Medicine (2014; 2014; doi: 10.1001/jamainternmed.2014.3634) heraus. Sie widerlegt frühere Ergebnisse aus prospektiven Beobachtungsstudien.

Eine Analyse der Women’s Health Initiative (WHI) hatte ergeben, dass Frauen, die zur Behandlung einer Osteoporose mit Bisphosphonaten behandelt worden waren, zu einem Drittel seltener an Brustkrebs erkrankten. Die Studie hatte 2009 auf dem San Antonio Breast Cancer Symposium für Aufsehen gesorgt und war von den Medien aufgegriffen worden.

Schon damals wurde allerdings darauf hingewiesen, dass einer Assoziation in einer prospektiven Beobachtungsstudie nicht notwendigerweise eine Kausalität zugrunde liegt. Es könnte nämlich sein, dass Frauen mit einem niedrigen Brustkrebsrisiko ein erhöhtes Osteoporoserisiko haben und deshalb häufiger mit Bisphosphonaten behandelt werden. Der gemeinsame Nenner könnte ein niedriger Östrogenwert im Blut sein.

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Östrogenmangel ist ein etablierter Risikofaktor der Osteoporose. Dass er gleichzeitig vor Brustkrebs schützt, ist ebenfalls plausibel und durch Studien belegt. Das Ziel der Hormonbehandlung des postmenopausalen Mammakarzinoms mit Tamoxifen oder Aromatasehemmern besteht schließlich darin, Östrogene als Wachstumsfaktor für Brustkrebszellen auszuschalten.

Eine Analyse von zwei randomisierten Studien, die Trisha Hue von der Universität von Kalifornien durchgeführt hatte, bestätigt jetzt die Vermutung, dass die protektive Wirkung gegen Brustkrebs in Wirklichkeit nicht existiert. In der Fracture Intervention Trial oder FIT-Studie waren 6.459 Frauen im Alter zwischen 55 und 81 Jahren auf eine Behandlung mit Alendronat oder Placebo randomisiert worden. Nach einer Behandlungszeit von 3,8 Jahren waren im Alendronat-Arm 1,8 Prozent der Frauen an Brustkrebs erkrankt, im Placebo-Arm waren es nur 1,5 Prozent.

Der Health Outcomes and Reduced Incidence with Zoledronic Acid Once Yearly-Pivotal Fracture Trial (HORIZON-PFT) hatte 7.765 Frauen im Alter zwischen 65 und 89 Jahren auf eine Behandlung  mit Zoledronat oder Placebo randomisiert. In den ersten 2,8 Jahren waren im Zoledronat-Arm 0,87 Prozent der Frauen an Brustkrebs erkrankt gegenüber 0,77 Prozent im Placebo-Arm.

Bei den randomisierten Studien werden Patienten mit dem Los bestimmten Therapien zugeordnet. Dies schließt aus, dass Frauen mit einem niedrigen Krebsrisiko bevorzugt mit Bisphosphonaten behandelt werden. © rme/aerzteblatt.de

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