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Medizin

Todesfälle durch Listeriose in Dänemark

Mittwoch, 13. August 2014

dpa

Kopenhagen – In Dänemark sind seit September letzten Jahres mindestens 20 Men­schen an einer Listeriose erkrankt, die bei 12 Patienten tödlich verlief. Die dänischen Gesundheitsbehörden konnten die Erkrankungen durch eine Genomanalyse des Erregers auf einen Ausbruch zurückführen, der seinen Ausgang in einer Wurstfabrik in Hedehusen, einem Ort westlich von Kopenhagen nahm, wo bis gestern Rullepølser, eine dänische Spezialität, hergestellt wurde.

Rullepølser ist eine Presswurst, in der ein aufgerolltes Stück Schweinefleisch mit verschiedenen Kräutern versetzt wird. Hergestellt wird sie von der Firma Jørn A. Rullepølser A/S in Hedehusen. Die Firma hatte bereits am 6. Mai eine Wurstsorte vom Markt nehmen müssen, nachdem in ihr Listeria monocytogenes nachgewiesen worden war. Danach kam es jedoch zu weiteren Erkrankungen. Allein seit Juni wurden 15 Fälle gemeldet. Eine Überprüfung des Herstellers ergab nun, dass die Wurstrollen weiterhin mit Listerien kontaminiert waren. Daraufhin wurde die Firma am 12. August geschlossen.

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Unter den 20 Patienten waren nach Auskunft des Statens Serum Institute elf Frauen und neun Männer im Alter von 43 bis 89 Jahren, von denen 12 Patienten innerhalb von 30 Tagen nach Ausbruch der Erkrankung gestorben sind. Die dänischen Behörden warnen vor dem Verzehr der Wurstrollen. Das dänische Landwirtschaftsministerium hat Listen der betroffenen Produkte veröffentlicht, die von unterschiedlichen Läden angeboten werden. Ein Export ins Ausland sei nicht erfolgt, heißt es.

Erkrankungen mit Listerien sind nicht ungewöhnlich. In Dänemark erkranken jährlich etwa 50 Personen, in Deutschland erfolgen jährlich zwischen 200 und 500 Meldungen an das Robert Koch-Institut. Die meisten sind Folge einer lebensmittelbedingten Infektion, die mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Muskelschmerzen sowie unter Um­ständen auch Erbrechen und Durchfall einhergeht. Es kann zur Sepsis kommen. Besonders gefürchtet ist eine eitrige Meningitis sowie eine Enzephalitis. Die Letalität der schweren Erkrankung wird mit 25 Prozent angeben. Betroffen sind neben älteren abwehrgeschwächten Menschen auch Patienten mit Krebs, hämatologischen Erkrankungen, Diabetes sowie Schwangere.

Der Erreger Listeria monocytogenes ist weltweit verbreitet. Das Bakterium ist in der Erde und auf Pflanzen vorhanden. Eine Kontamination der Nahrungsmittel ist auf verschie­denen Stufen möglich, vom Melken über das Schlachten bis zur Verarbeitung von Nahrungsmitteln. Besonders gefährdet sind Lebensmittel, die nicht oder nicht aus­reichend erhitzt werden wie Rohmilchweichkäse, Rohwurst oder Hackfleisch. Bei man­gelnder Hygiene, wie offenbar in dem dänischen Betrieb, können Listerien über längere Zeit immer wieder Nahrungsmittel kontaminieren. © rme/aerzteblatt.de

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