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Politik

Widmann-Mauz: Bei Suizidbeihilfe keine falschen Signale setzen

Mittwoch, 13. August 2014

Köln – Im Streit um die rechtliche Regelung der Suizidbeihilfe warnt die Parlamentarische Staatssekretärin im Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium, Annette Widmann-Mauz (CDU), vor falschen Signalen der Politik an die Bevölkerung. Im Interview des Kölner domradios lehnte sie am Dienstag Forderungen ihres Fraktionskollegen Peter Hintze ab, der sich für eine Zulassung ärztlicher Beihilfe zur Selbsttötung ausgesprochen hatte.

Auch wenn es schwierige Einzelfälle gebe, sollten Staat und Gesetzgeber deutlich machen, dass sie den unbedingten Schutz des Lebens gewährleisten wollten. „Die generelle Haltung zum Leben, die sollten wir nicht relativieren“, sagte sie. Wer die Beihilfe zur Selbsttötung legalisiere, signalisiere damit möglicherweise Alten, Kranken und Gebrechlichen, dass sie nicht mehr erwünscht seien. „Wenn wir es ernst meinen mit der Würde des Menschen von Anfang an und bis zuletzt, dann dürfen wir keine solchen falschen Signale ausströmen.“

Mit Blick auf ärztliche Beihilfe zur Selbsttötung sagte Widmann-Mauz, die Patienten müssten sich darauf verlassen können, dass der Arzt ihnen in ihrem Leiden hilft und nicht ihren Tod herbeiführt. Eine Legalisierung der ärztlichen Suizidbeihilfe würde das Arzt-Patienten-Verhältnis unverhältnismäßig stark beeinträchtigen.

Die Parlamentarische Staatssekretärin warb zugleich dafür, die Angebote der Palliativ­medizin und Hospizarbeit stärker bekannt zu machen und zugleich dafür zu sorgen, dass sie flächendeckend angeboten werden. „Es gibt hier noch bestimmte Lücken, insbe­sondere auch in ländlichen Regionen“, räumte sie ein. „Wir haben noch zu wenig Fachkräfte, sei es in der Pflege, sei es in der Medizin, die diese qualifizierte Fort- und Weiterbildung für sich in Anspruch genommen haben und damit auch mit ihrer Expertise zur Verfügung stehen. Diesen Prozess müssen wir unterstützen.“ © kna/aerzteblatt.de

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