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Ausland

Auswärtiges Amt: Deutschen sollen Ebola-Gebiet verlassen

Mittwoch, 13. August 2014

Ein Toter, der in einer Nebenstraße in Monrovia (Liberia), gefunden wurde, wird wegen Ebola-Verdachts  abtransportiert /dpa

Kano/Berlin – Das Auswärtige Amt hat wegen der Ebola-Epidemie alle deutschen Staatsbürger zur Ausreise aus den westafrikanischen Ländern Guinea, Sierra Leone und Liberia aufgefordert. Das gelte ausdrücklich nicht für medizinisches Personal, das dringend zur Bekämpfung des Ausbruchs benötigt werde, sagte ein Sprecher am Mittwoch in Berlin. Auch die deutschen Vertretungen blieben geöffnet.

Wie viele Deutsche betroffen sind, war zunächst unklar – ohnehin werden bei weitem nicht alle Westafrika verlassen. Dazu gehört Lothar Wagner vom Don Bosco Zentrum in Freetown, der Hauptstadt Sierra Leones. „Er wird die Stellung halten”, sagte Don Bosco Mondo-Sprecherin Astrid Krampe. Das Zentrum kümmere sich vor allem um Straßen­kinder, derzeit werde es von verwaisten oder verstoßenen Kindern geradezu überschwemmt.

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Die Epidemie hält in den drei armen Ländern im Westen Afrikas unvermindert an. Nachdem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Einsatz kaum erprobter Medikamente am Dienstag als ethisch vertretbar einstufte, bat Nigeria die US-Gesund­heitsbehörde CDC um eine Lieferung des Ebola-Mittels „ZMapp". Eine Antwort aus den USA stehe noch aus, sagte Nigerias Informationsminister Labaran Maku.

Liberia hatte schon am Montag die Zusage aus den USA erhalten, mit „ZMapp” zwei infizierte Ärzte behandeln zu können. Danach hatte der Hersteller Mapp Biopharma­ceutical allerdings mitgeteilt, seine Vorräte seien vorerst erschöpft. Es werde Monate dauern, die Produktion hochzufahren, hatte der US-Sender CNN kürzlich einen Unternehmenssprecher zitiert.

Mit dem zuvor nur an Affen getesteten Mittel „ZMapp” waren zwei US-Helfer und ein inzwischen verstorbener Spanier behandelt worden.

Auch der Ebola-Mediziner Sheik Umar Khan hatte das Präparat ursprünglich bekommen sollen, berichtete die New York Times. Dies sei jedoch von seinem Behandlungsteam wegen der ungewissen Wirkung abgelehnt worden. Khan hatte sich während seines Einsatzes in Sierra Leone selbst mit dem Virus infiziert und war schließlich gestorben.

Nicht nur bei „ZMapp”, auch bei anderen möglicherweise einsetzbaren Präparaten sind die verfügbaren Mengen derzeit nicht groß genug, um damit Hunderte Patienten behandeln zu können. Vorbeugende Mittel hingegen wären zumindest begrenzt vorhanden: Schätzungsweise 800 bis 1.000 Dosen Impfstoff könnten nach Westafrika gebracht werden, sagte der stellvertretende Leiter der kanadischen Gesundheits­behörde, Gregory Taylor. Auch dieser Wirkstoff wurde noch nicht in klinischen Studien am Menschen getestet. 

Aus Nigeria wurde unterdessen ein dritter Ebola-Toter gemeldet. Ein 36-jähriger Mitarbeiter sei in Lagos gestorben, teilte die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas mit. Er habe Kontakt zu dem infizierten Berater der liberianischen Regierung gehabt, der im Juli nach Lagos geflogen und am Flughafen zusammengebrochen war. Der Ecowas-Mitarbeiter habe seither unter Quarantäne gestanden, hieß es weiter. Mehr als 100 Menschen stehen in Nigeria derzeit unter Beobachtung.

Erhöhtes Risiko für Kenia
Ein erhöhtes Risiko für das Übergreifen der Ebola-Epidemie besteht nach Auffassung der WHO derzeit im ostafrikanischen Kenia. Der Flughafen der Hauptstadt Nairobi gilt als wichtiges Drehkreuz im afrikanischen Luftverkehr. Die zuständige Landesdirektorin Custodia Mandlhate sagte, es sei sehr wichtig, dass das Land seine Kontrollen weiter verschärfe. Nach Angaben des britischen Senders BBC landen wöchentlich 70 Flüge aus Westafrika in Kenia, darunter auch aus den von Ebola betroffenen Ländern.

Ghana hat seine Vorsorgemaßnahmen bereits erweitert. Bildungsministerin Jane Naana Opoku Agyemang wies die Hochschulen des Landes an, das kommende Semester zwei Wochen später beginnen zu lassen. Zudem sollen Temperaturmessungen an den Grenzen verhindern, dass mit Ebola infizierte Studenten zum Semesterstart einreisen. Zudem soll es vorerst keine internationale Konferenzen und öffentliche Großveranstaltungen mehr geben.

Bessere Aufklärung notwendig
Für die Zukunft sei wichtig, die Gesundheitssysteme armer Länder in Afrika zu stärken, sagte Mustapha Sidiki Kaloko, Kommissar für Soziales der Afrikanischen Union. „In Europa wäre das nicht passiert, denn dort sind die Staaten in der Lage, die Fälle aufzuspüren und sofort zu isolieren.” Zudem müsse besser aufgeklärt werden. „Die Erziehung ist unser schwacher Punkt: Wir müssen den Menschen beibringen, dass es sich bei Ebola nicht um Hexerei handelt.”

Bis zum 9. August hatten die Behörden der betroffenen Länder der WHO 1.800 bestätigte und Ebola-Verdachtfälle gemeldet, mehr als 1.000 Tote waren registriert. © dpa/aerzteblatt.de

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