Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Experimentelles Ebola-Mittel in Liberia eingetroffen

Donnerstag, 14. August 2014

Eine liberianische Krankenschwester misst die Temperatur der Liberianer als Teil einer Gesundheitsoffensive, um die Ausbreitung des tödlichen Ebola-Virus einzudämmen /dpa

Monrovia – Erstmals wird das experimentelle Ebola-Medikament „ZMapp“ auch in Afrika eingesetzt. Mehrere Dosen des Mittels seien gestern aus den USA nach Monrovia geliefert worden, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums mit. Es handele sich aber nur um geringe Mengen des Präparats, da das bisher kaum erprobte Mittel noch nicht in größeren Mengen produziert wird. Das Antikörper-Präparat sollte zunächst zwei infizierten Ärzten verabreicht werden.

Zuvor waren bereits zwei US-Amerikaner und ein Spanier mit „ZMapp“ behandelt worden. Der an Vorerkrankungen leidende Spanier starb allerdings dennoch an den Folgen des Virus. „ZMapp“ hat noch nicht die für eine Zulassung nötigen klinischen Studien durchlaufen, es war nur an Affen getestet worden. Seine Wirkung beim Menschen ist darum ebenso unklar wie mögliche Nebenwirkungen.

Derweil hat Guinea als letztes der vier von Ebola betroffenen Länder den Gesundheits­notstand ausgerufen. Damit seien nach Angaben von Präsident Alpha Conde zahlreiche Maßnahmen verbunden, darunter striktere Kontrollen an den Grenzen und die sofortige Isolierung von Menschen, die Symptome aufweisen. Zudem dürften keine Leichen mehr von einem Ort an einen anderen transportiert werden. „Jeder, der sich weigert, diese Maßnahmen zu beachten, wird als Risiko für die öffentliche Gesundheit betrachtet und streng bestraft werden“, erklärte Conde im staatlichen Fernsehen.

In Liberia droht wegen der Epidemie inzwischen eine Lebensmittelknappheit. Auch andere lebenswichtige Güter können das Land kaum noch erreichen, nachdem das Nachbarland Elfenbeinküste den Schiffsverkehr aus den betroffenen Ländern durch seine Gewässer verboten hat. Die Anordnung, die für unbestimmte Zeit andauern soll, sei von der Hafenbehörde in der Hauptstadt Abidjan verbreitet worden, berichtete die Zeitung „Front Page Africa“.

Auch der Luftverkehr aus und nach Liberia nimmt immer weiter ab. Die Gesellschaften Air France, British Airways, ASky und Arik haben ihre Flüge nach Monrovia bereits eingestellt. Die amerikanische Gesellschaft Delta kündigte an, der letzte Flug der Gesellschaft starte am 27. August.

Negative Auswirkungen hat die Seuche mittlerweile auch auf internationale Sportveran­staltungen: Auf Druck der chinesischen Behörden zogen sich die Teams von Sierra Leone und Nigeria Berichten zufolge von den Olympischen Jugendspielen in Nanjing zurück. Die Veranstaltung findet vom 16. bis 28. August statt.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) erklärte: „Wir müssen die Sicherheit aller Teilnehmer und die Rechte der jungen Athleten aus den betroffenen Ländern abwägen.“ Das IOC bedauere, dass „die Sportler doppelt leiden - unter dem Ausbruch der Krankheit in ihrem Land und darunter, dass sie nicht teilnehmen“.

Insgesamt sind bei der Weltgesundheitsorganisation mittlerweile fast 2.000 Ebola-Fälle erfasst, über 1.000 Menschen sind bereits gestorben. © dpa/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

23.05.17
Genf – Bei dem Ebola-Ausbruch im Kongo in Zentralafrika hat sich die Zahl der Fälle von 29 auf 43 erhöht. 38 davon gälten aber weiterhin nur als Verdachtsfälle, sagte ein Sprecher der......
19.05.17
Genf –Im Kongo sind neue Ebola-Verdachtsfälle aufgetreten. Insgesamt 29 Menschen könnten sich in dem zentralafrikanischen Land mit dem lebensgefährlichen Virus infiziert haben, teilte die......
18.05.17
WHO: Risiko für größere Ebola-Epidemie im Kongo ist hoch
Genf – Der neueste Ebola-Ausbruch im Kongo stellt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf Landesebene ein hohes Risiko dar. „Derzeit kennen wir das volle Ausmaß des Ausbruchs noch......
16.05.17
Genf – Der Ebola-Ausbruch im Kongo in Zentralafrika ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weitgehend unter Kontrolle. Die Behörden hätten 400 Menschen unter Beobachtung, die mit......
15.05.17
Zweiter Ebola-Fall im Kongo bestätigt
Goma – Im Kongo gibt es einen zweiten durch Labortests bestätigten Ebola-Fall. In der nordöstlichen Provinz Bas-Uélé sind inzwischen 19 Fälle hämorrhagischen Fiebers erfasst, wie die......
12.05.17
Neuer Ebola-Fall im Kongo
Genf – Im Kongo gibt es einen neuen Ebola-Fall. In der nordöstlichen Provinz Bas-Uélé gebe es insgesamt neun Verdachtsfälle, erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) heute. Drei Menschen seien......
05.05.17
WHO hält neue Ebola-Epidemie für unausweichlich
Conakry – Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält eine neue Ebola-Epidemie für „unausweichlich“, sieht sich aber besser vorbereitet als beim Ausbruch der Krankheit in Westafrika Ende 2013. Experten......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige