Politik

Elektronische Gesundheitskarte ab 1. Januar 2015 endgültig Pflicht

Freitag, 15. August 2014

Köln – Gesetzlich krankenversicherte Patienten können ab Januar 2015 nur noch mit der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) zum Arzt oder Psychotherapeuten gehen. Die alte Krankenversichertenkarte (KVK) ist dann ungültig, selbst wenn auf den Karten ein späteres Ablaufdatum vermerkt ist. Darauf haben sich die Kassenärztliche Bundes­vereinigung (KBV), die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung und der GKV-Spitzenverband am 14. August geeinigt.

„Ich bin froh, dass wir uns auf diese Lösung verständigen konnten. Ärzte und Patienten brauchen endlich eine verlässliche Aussage über den Start der eGK“, betonte der KBV-Vorstandsvorsitzende Andreas Gassen. Für die Praxen heißt das, dass sie ab Januar nur noch die eGK akzeptieren dürfen. Die alten Karten können dann über die Praxissoftware nicht mehr eingelesen werden. Damit ist über die KVK weder die Abrechnung noch die Verordnung von Leistungen möglich. Die Regelung betrifft jedoch nicht die von den sonstigen Kostenträgern ausgegebenen KVK. Diese sind auch weiterhin gültig.

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Hat ein Patient im neuen Jahr noch keine eGK, dürfen die Ärzte eine Privatvergütung verlangen. Bei dem Verfahren muss der Patient innerhalb von zehn Tagen eine gültige Karte oder einen sonstigen Versichertennachweis der Krankenkasse nachreichen. Andernfalls kann der Arzt oder Psychotherapeut eine Privatrechnung für die Behandlung erstellen. Reicht der Patient jeweils bis Quartalsende die Karte nach, erhält er das Geld zurück, und der Arzt rechnet die Behandlung wie gewohnt als Kassenleistung ab.

„Wir konnten durchsetzen, dass die KVK noch ein Quartal länger verwendet werden kann“, erklärte Regina Feldmann, Vorstand der KBV. Ursprünglich sollte die KVK bereits Ende September 2014 ungültig werden. Weil aber immer noch rund sechs bis acht Prozent der gesetzlich Versicherten nicht mit einer eGK ausgestattet sind und derzeit noch rund 13 Millionen ambulante Behandlungsfälle im Quartal per KVK abgerechnet werden, hatte die KBV eine verbindliche Regelung für die Übernahme der Behandlungskosten für diese Patienten gefordert. © KBr/aerzteblatt.de

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heidi-hecht
am Montag, 18. August 2014, 11:27

Verrat

Nun haben die Ärztevertreter die Menschen endgültig verraten. Niemand, dem Vertrauen und Freiheit wichtig ist, kann die Gematikstruktur befürworten. Durch diese " Verständigung " wurde ein wichtiger Schritt in die Totalüberwachung und den Verrat an den Patienten gemacht. Vielen Dank.

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