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Im Osten weniger Kaiserschnitte

Freitag, 15. August 2014

Dresden – Kliniken im Osten entscheiden sich bei Geburten eher selten für einen Kaiserschnitt. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen liegt die Quote deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 32 Prozent, ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. „Es gibt ein deutliches Ost-West-Gefälle“, sagte Pauline Wimberger, Direktorin der Dresdner Universitäts-Frauenklinik.

In Sachsen gab es 2012 im bundesweiten Vergleich mit 23,7 Prozent die wenigsten Kaiserschnitte. In Sachsen-Anhalt lag die Quote mit 29,7 Prozent ebenfalls unter dem Bundesdurchschnitt, von 16.246 Entbindungen verliefen 4.823 per Kaiserschnitt. In Thüringen wurde 2012 bei 26,8 Prozent der Geburten auf die operative Methode zurückgegriffen (Entbindungen gesamt: 15 928). Deutschlandweite Vergleichszahlen von 2013 liegen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes bislang noch nicht vor.

Dennoch macht sich auch in den östlichen Bundesländern der allgemeine Trend zur OP bemerkbar. Ärzte entscheiden sich immer öfter für einen Kaiserschnitt: Im Jahr 2000 gab es in Sachsen mit 15,5 Prozent noch deutlich weniger operative Eingriffe bei Geburten. In Sachsen-Anhalt lag die Kaiserschnittrate 2000 bei 17,5 Prozent, in Thüringen waren es 17,2 Prozent.

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Dass viele Kliniken im Osten eher auf die traditionelle Geburt setzen, sieht der sächsische Hebammenverband unter anderem in der Geschichte begründet. Ein Kaiserschnitt sei zu DDR-Zeiten und auch später nie „in Mode“ gewesen, erklärt die Vorsitzende Grit Kretschmar-Zimmer. Regionale Unterschiede hätten zudem mit der Ausbildung und Einstellung der Ärzte zu tun. Letztlich treffen sie die Entscheidung über die Geburtsmethode. Der Kaiserschnitt rette vielen Kindern und Müttern das Leben, so Kretschmar-Zimmer. Der Eingriff sei aber eine Notfall-OP – und das sollte er auch bleiben.

Frauen, die gezielt mit dem Wunsch nach einem Kaiserschnitt in die Klinik kommen, erlebt Pauline Wimberger von der Dresdner Universitäts-Frauenklinik nur selten. „Dann klären wir die Frauen intensiv über die Risiken auf.“ Eine Geburt zum Wunschtermin, etwa weil den Eltern der 9.9. gefalle, gebe es nicht. Wenn ohnehin ein Kaiserschnitt anstehe, könne man zwar über den einen oder anderen Tag reden. „Aber Sicherheit von Mutter und Kind gehen vor.“

Bei Frühgeburten oder Entbindung von Mehrlingen gebe es oft keine andere Möglich­

Frage der Woche an . . . Dr. med. Nikolaos Trifyllis, Oberarzt für Frauenheilkunde am Florence-Nightingale Krankenhaus in Düsseldorf: Wieso sollten natürliche Geburten Kaiserschnitten vorgezogen werden?

Immer häufiger werden Kinder in Deutschland per Kaiserschnitt auf die Welt gebracht. In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Zahl der Kaiserschnittgeburten in der Bundesrepublik verdoppelt. In Baden-Württemberg zum Beispiel kommt inzwischen jedes dritte Kind auf diese Weise zur Welt. Allein aus medizinischer Sicht ist eine solche Steigerung nicht erklärbar.

keit, dennoch räumten die Ärzte so oft es gehe einer natürlichen Geburt Vorrang ein. In ländlich gelegenen Kliniken ist die Kaiserschnittquote meist geringer, weil hier meist weniger Frühgeburten behandelt werden. Torsten Nadler, Chefarzt der Frauenklinik in Görlitz, will auch künftig unter 25 Prozent bleiben: „Die Spontangeburt liegt uns am Herzen, da es - sofern kein Risiko vorliegt - der natürliche Weg für Mutter und Kind ist." © dpa/aerzteblatt.de

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