NewsAuslandEbola-Kranke aus Isolierstation in Monrovia weiter verschwunden
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Ebola-Kranke aus Isolierstation in Monrovia weiter verschwunden

Montag, 18. August 2014

Polizisten bewachen eine von Ärzte ohne Grenzen unterstützte Ebola-Station /dpa

Monrovia – Nach der Erstürmung einer Isolierstation für Ebola-Kranke in der liberi­anischen Hauptstadt Monrovia fehlte heute von den 17 geflüchteten Patienten weiter jede Spur. Die Suche gehe weiter, sagte Informationsminister Lewis Brown. Das Schlimmste sei, dass die Angreifer die von den Körperflüssigkeiten der Kranken beschmutzten Matratzen und Bettlaken mitgenommen hätten. Es bestehe das Risiko, dass sie sich ebenfalls mit dem Virus infizierten.

In der Nacht zu Sonntag hatte eine Menge überwiegend junger Leute in dem Armen­viertel West Point die kürzlich in einer Schule eingerichtete Krankenstation gestürmt, geplündert und die dort untergebrachten Patienten freigelassen. Die mit Messer und Knüppel bewaffneten Angreifer riefen, es gebe kein Ebola in Liberia und warfen Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf vor, mit Berichten über die Epidemie lediglich an internationale Hilfe kommen zu wollen.

Anzeige

Brown sagte, die Plünderer hätten sich wahrscheinlich inzwischen alle angesteckt. Die Behörden erwägen deshalb, das gesamte Viertel mit seinen 75.000 Einwohnern unter Quarantäne zu stellen. Der Bezirk am Rande von Monrovia ist eines der Epizentren der Epidemie in der Hauptstadt. Dem tödlichen Virus sind laut einer Zählung der Welt­gesund­heitsorganisation in Westafrika bereits 1.145 Menschen zum Opfer gefallen, 413 davon in Liberia.

Unterdessen bestätigte sich bei zwei Menschen in Europa der Ebola-Verdacht nicht. In Spanien wurde ein Mann aus Nigeria, der vorsichtshalber in einem Krankenhaus von Alicante isoliert worden war, negativ getestet, wie die Gesundheitsbehörden gestern mitteilten. Auch bei einer in der Nacht zum Samstag in Tirol tot aufgefundenen Britin bestätigte sich der Verdacht nicht, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA meldete. Die 48-Jährige war kürzlich aus Nigeria nach Tirol zurückgekehrt. © afp/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

16. August 2019
Goma – Im Ost-Kongo breitet sich der Ebolavirus weiter aus. Zum ersten Mal seien Fälle der Krankheit in einer dritten Provinz, Sud-Kivu, festgestellt worden, teilte der Ebolabeauftragte der Regierung,
Neue Ebolafälle in weiterer Provinz im Kongo
15. August 2019
Bujumbura – Wegen des Ebolaausbruchs im Kongo hat nun auch das Nachbarland Burundi eine Impfkampagne gegen die Krankheit gestartet. Zunächst würden rund 4.000 Menschen geimpft, sagte Susannah Savage,
Burundi startet Impfkampagne gegen Ebola
14. August 2019
New York – US-Forscher haben bei Kindern mit akuter schlaffer Myelitis, einem Polio-ähnlichen Krankheitsbild, Antikörper gegen Enteroviren im Liquor entdeckt. Mit dem Bericht in mBio (2019; doi:
Akute schlaffe Myelitis: Antikörper gegen Enteroviren im Liquor nachgewiesen
14. August 2019
Kinshasa – Im Kongo sind wegen der Ebolakrise im Osten des Landes Tausende Kinder auf sich allein gestellt. Nach Angaben des Hilfswerks Unicef wurden seit Ausbruch der Epidemie in den Provinzen
Tausende Kinder wegen Ebolakrise im Kongo ohne Eltern
13. August 2019
Bethesda/Maryland/Kinshasa – Zwei Antikörperpräparate haben bei Patienten mit Ebolafieber im Kongo, wo eine Epidemie seit einem Jahr außer Kontrolle ist, eine so gute Wirkung erzielt, dass die
Zwei Antikörperpräparate retten in Studie neun von zehn Ebolapatienten
9. August 2019
Berlin/Toronto – Eine Erkrankung des Knochenstoffwechsels, die der Paget-Krankheit des heutigen Menschen ähnelt, haben Wissenschaftler vom Museum für Naturkunde Berlin, der Charité Universitätsmedizin
Forscher diagnostizieren Morbus Paget ähnliche Erkrankung bei 289 Millionen Jahre alter Echse
8. August 2019
Goma – Nach der Tötung eines Mediziners der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) im Ost-Kongo sind drei Ärzte festgenommen worden. Ihnen werde vorgeworfen, die Drahtzieher der Tötung des kamerunischen
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER