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Politik

Berlin: Notfallpatienten zukünftig besser versorgt

Dienstag, 19. August 2014

Berlin – Mit neuen technischen Möglichkeiten und speziell ausgebildeten Notfall­medizinern sollen Patienten in Berliner Rettungsstellen künftig schneller und besser versorgt werden. Das sind erste Punkte des Krankenhausplans für die Jahre 2016 bis 2020, den Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) heute vorgestellt hat. Ein Senats­beschluss wird für August 2015 angestrebt. Den Plan erarbeitet die Senatsverwaltung seit 2012 unter anderem mit Krankenkassen, Patientenbeauftragten und Gesundheits­politikern. Grundlage sind etwa Bevölkerungsdaten und der Krankenstand.

Elektro­nisches Bettenregister geplant
Wertvolle Zeit bei der Einlieferung von Notfallpatienten sparen soll künftig ein elektro­nisches Bettenregister: Retter sollen bereits im Krankenwagen via Tablet-Computer die aktuelle Belegung von Kliniken und deren Spezialisierungen abrufen können. Ent­sprechend könnten sie dann geeignete Häuser ansteuern. Czaja rechnet hierfür mit Kosten von rund 100.000 Euro.

Den Bedarf an Krankenhausbetten für die Jahre 2016 bis 2020 schätzt die Gesundheits­verwaltung grob auf 22.000, das wären etwa 1.000 mehr als aktuell vorhanden. Auf­stocken wolle man etwa die Zahl der Betten für betagte Patienten in der Geriatrie: Diese seien zuletzt voll ausgelastet gewesen. Prognosen zufolge steigt der Anteil der Über-75-Jährigen in Berlin bis 2020 kontinuierlich an. Es sei denkbar, Betten aus anderen Bereichen „umzuwidmen“, sagte Czaja. Was das für die Krankenhäuser bedeute, sei noch nicht entschieden.

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Für die Zeit ab 2016 kündigte Czaja eine gemeinsame Krankenhausplanung mit Brandenburg an. Bereits heute kommen laut Senatsverwaltung 16 Prozent der Patienten aus dem Berliner Umland.

Die Ärztekammer Berlin begrüßte die qualitätsorientierte Fortführung des Krankenhaus­plans für die Jahre 2016 bis 2020. Die von Gesundheitssenator Mario Czaja vorge­stellten Eckpunkte mit den Schwerpunkten Notfallversorgung und Geriatrische Versor­gung bauten auf einer stetigen Weiterentwicklung der Struktur-, Prozess- und Ergebnis­qualität auf.

Ausreichendes und qualifiziertes Personal für gute Versorgung unabdingbar
„Es ist der richtige Weg, auf ausreichendes und hochqualifiziertes Personal in den Krankenhäusern zu setzen. Nur so kann die ohnehin schon gute Versorgung der Berliner Bevölkerung weiter verbessert werden“, erklärte Kammerpräsident Günther Jonitz und fügte hinzu: „Diese hochwertige medizinische Versorgung ist nur durch eine vertrauens­volle Zusammenarbeit der Einrichtungen des Berliner Gesundheitswesens wie wir sie aktuell erleben möglich.“ Als vorbildliche Beispiele, die auch Senator Czaja anführte, seien die Schlaganfall- und Herzinfarktversorgung unter Mitwirkung der Ärztekammer Berlin zu nennen.

„Gleichzeitig wird mit dem künftigen Krankenhausplan versucht, Antworten auf Versorgungsprobleme wie der starken Zunahme geriatrischer Patienten oder dem Anstieg der Patientenzahlen in den Notaufnahmen zu finden“, sagte Jonitz. Mit der Verabschiedung der neuen Zusatz-Weiterbildung „Klinische Notfall- und Akutmedizin“ leiste die Kammer die entscheidende Voraussetzung für die im Krankenhausplan vorgesehene bessere Qualifizierung in den Berliner Notaufnahmen.

Nach intensiver Vorbereitung hatte die Delegiertenversammlung der Ärztekammer Berlin im Juni dieses Jahres mit großer Mehrheit die Neueinführung der Zusatz-Weiterbildungen „Klinische Notfall- und Akutmedizin“, „Krankenhaushygiene“ und „Spezielle Viszeral­chirurgie“ beschlossen.

Die 36-monatige Zusatz-Weiterbildung „Klinische Notfall- und Akutmedizin“, die noch von der Senatsverwaltung genehmigt werden muss, baut auf einer bereits erworbenen Facharztkompetenz auf und umfasst die interdisziplinäre Diagnostik und Behandlung von Notfall- und Akutpatienten im Krankenhaus. „Wir in Berlin sind damit deutschlandweit Vorreiter“, betonte Jonitz. © dpa/JF/aerzteblatt.de

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