NewsPolitikDeutsches Herzzentrum bei Organspenden unter Manipulations­verdacht
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Deutsches Herzzentrum bei Organspenden unter Manipulations­verdacht

Freitag, 22. August 2014

München – Im Zuge der Aufarbeitung des 2012 bekannt gewordenen Organspende­skandals ist nun auch das Deutsche Herzzentrum in Berlin unter Manipulationsverdacht geraten. Die Staatsanwaltschaft Berlin bestätigte am Freitag, dass ein Ermittlungs­verfahren wegen des Anfangsverdachts auf fahrlässige Tötung eingeleitet wurde. Medienberichten zufolge geht es um 28 Fälle.

Das Deutsche Herzzentrum erstattete nun nach intern festgestellten Auffälligkeiten Selbstanzeige bei der Staatsanwaltschaft. Entsprechende Berichte des Berliner Tages­spiegel und der Berliner Zeitung bestätigten am Freitag eine Sprecherin der Klinik und die Staatsanwaltschaft.

Den Berichten zufolge sollen in den Jahren 2010 bis 2012 Patienten Medikamente bekommen haben, ohne dass dies ausreichend begründet worden sei. Die Medikamente könnten demnach eingesetzt worden sein, um die Patienten auf den Wartelisten für Spenderherzen vorrücken zu lassen und zu erreichen, dass sie früher bei einer Transplantation berücksichtigt werden.

Anzeige

Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass die Prioritätenliste in mehreren Fällen manipuliert worden sein könnte. Erkenntnisse über die Folgen der mutmaßlichen Manipulationen gebe es bislang nicht. „Wir wissen noch nicht, ob Patienten zu Tode gekommen sind“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

„Wir bedauern sehr, dass ein weiteres Klinikum in dem Verdacht steht, Patientendaten manipuliert zu haben”, sagte Axel Rahmel, medizinischer Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO). Die Organspende sei davon aber nicht betroffen. „Wir hoffen, dass diese Manipulationsvorwürfe nicht zu einer erneuten Verunsicherung in der Bevölkerung und damit einem Rückgang der Organspende-Bereitschaft führen.”

Die Prüfungs- und die Überwachungskommission von Bundesärztekammer, Deutscher Krankenhausgesellschaft und GKV-Spitzenverband erklärte heute, dass sie im Rahmen ihrer laufenden Prüfungen der Transplantationsprogramme seit Oktober 2013 auch das Herztransplantationsprogramm des Deutschen Herzzentrums Berlin geprüft hätten.

Die Vor-Ort-Prüfungen seien abgeschlossen, das Gesamtprüfungsverfahren jedoch noch nicht. Daher seien Informationen im laufenden Verfahren nicht möglich. Über die Ergebnisse der abgeschlossenen Prüfungen werden die Kommissionen bei der Bilanzpressekonferenz im September 2014 informieren. © afp/dpa/mis/aerzteblatt.de

Themen:

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
Avatar #675503
Widerstand
am Samstag, 23. August 2014, 18:31

Herzzentrum - Manipulation - Mauschelei...

Erschreckend ist, dass Menschen, die einmal mit dem Ergeiz anderen Menschen helfen zu wollen (das nehme man einfach mal wohlwollen an) zu so rückgratlosen Pestbazillen wurden (Entschuldigung, aber stärker Ausdrücke darf ich hier nicht nehmen).
Fakt ist: Bevor ich auch nur eine Wimper spende, muss garantiert sein, dass solche Leute, denen diese Schweinerei nachgewiesen wurde) auf Lebenszeit Berufsverbot haben oder - Selbstjustiz muss straffrei sein.
LNS
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER