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Medizin

Erkältungen können bei Kindern Schlaganfall „triggern“

Freitag, 22. August 2014

San Francisco – So selten Schlaganfälle im Kindesalter sind, so banal könnten ihre Auslöser sein. Jedes zehnte Kind hatte einer Studie in Neurology (2014 doi: 10.1212/WNL.0000000000000752) zufolge in den drei Tagen vor dem ischämischen Insult eine Erkältung oder eine andere Atemwegsinfektion.

Die meisten Schlaganfälle treten im hohen Alter auf. Bei Kindern sind sie extrem selten. Unter den 2,5 Millionen Mitgliedern des US-Krankenversicherers Kaiser Permanente fand Heather Fullerton vom Benioff Children's Hospital in San Francisco gerade einmal 102 Fälle. Die Forscherin führte eine eingehende Analyse der Versichertendaten durch und verglich sie mit den Daten von 306 Kindern gleichen Alters, die nicht an einem Schlaganfall erkrankt waren.

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Dabei kam heraus, dass 9,8 Prozent der Kinder mit einem Schlaganfall in den drei Tagen vor dem Insult, wegen einer Erkältung oder anderen leichten Infektionen (zumeist der Atemwege) behandelt worden war, wie sie im Kindesalter häufig sind. Dennoch war der Zusammenhang kein Zufall. Denn in der Kontrollgruppe wurden zur gleichen Zeit nur 0,7 Prozent der Kinder wegen einer Infektion behandelt. Fullerton ermittelte eine Odds Ratio von 12,1, die bei einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 2,5 bis 57 signifikant war.

Fullerton hält es durchaus für möglich, dass eine Erkältung einen Schlaganfall „triggern“ kann. Ein „prothrombotischer Status“ oder eine „endotheliale Verletzung“ könnte bei Kindern mit einer Prädisposition den letzten Anstoß für die Bildung eines Blutgerinnsels in den Zerebralgefäßen sein. Welche Prädisposition dies bei den Kindern war, konnte die Studie nicht ermitteln. Der Editorialist Privatdozent Lars Marquardt weist ebenfalls darauf hin, dass sich die Eltern bei einer Erkältung ihres Kindes keine großen Sorgen machen sollten, sofern das Kind ansonsten gesund ist. © rme/aerzteblatt.de

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