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Medizin

Krebs hält nicht vom Rauchen ab

Montag, 25. August 2014

dpa

Philadelphia – Eine Krebserkrankung hält viele Patienten auch Jahre nach der Diagnose nicht vom Rauchen ab. Zu diesem Ergebnis kommt die Arbeitsgruppe um Lee Westmaas, Direktor des Tabacco Control Research, für die American Cancer Society. Die Forscher veröffentlichten ihre Ergebnisse in Cancer Epidemiologie, Biomarker & Prevention (doi:10.1158/1055-9965.EPI-14-0046).

Rauchen schwächt die Immunabwehr und triggert eine Vielzahl entzündlicher Prozesse. Trotz oder gerade wegen einer Krebsdiagnose kann es sich deshalb für die Patienten besonders lohnen, mit dem Rauchen aufzuhören. Neben dem erhöhten Risiko für Zweitmalignome kann das Rauchen auch die Effizienz der folgenden Chemotherapien beeinträchtigen.

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Die Forscher leiteten ihre Ergebnisse aus den Daten einer longitudinalen Kohortenstudie ab, welche die Lebensqualität von Krebspatienten Jahre nach der Diagnose erfassen sollte. Im Rahmen dieser Datenerhebung fragten sie auch den Raucherstatus der 2.938 Teilnehmer ab. Die Patienten stammten aus allen Regionen der USA und wurden insgesamt neun Jahre nach Feststellung der Erkrankung befragt.

Im Durchschnitt rauchten 9,3 Prozent aller Patienten noch neun Jahre nach der Diagnose. Die Raucherraten unter den verschiedenen Patientenkollektiven unter­schieden sich zum Teil erheblich, wobei in der Gruppe der stärker rauchassoziierten Tumorerkrankungen die Teilnehmer häufiger rauchten.

So betrug die Rate der Raucher bei Patienten mit Harnblasenkarzinomen 17,2 Prozent und 14,9 Prozent bei Lungenkrebserkrankten. Unter den schwächer assoziierten Tumorerkrankungen wie Ovarialkarzinomen, Melanomen, Nierenzellkarzinomen, und Darmkrebs betrugen die Raten 11,6 Prozent, 7,6 Prozent, 7,3 Prozent und 6,8 Prozent. Insbesondere Patienten, die eher jung und ungebildet waren und mehr Alkohol tranken, hatten ein erhöhtes Risiko, weiterhin zu rauchen.

Für die Wissenschaftler sind die Ergebnisse ein Hinweis dafür, dass die Krebser­krankung selbst oft nicht ausreicht, das Rauchverhalten zu verändern. Da etwa 40 Prozent der Teilnehmer zum Zeitpunkt der Befragung jedoch vorhatte, mit dem Rauchen innerhalb des nächsten Monats aufzuhören, könnten Interventionen nach Meinung der Forscher durchaus Wirkung zeigen. © hil/aerzteblatt.de

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