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Kinderchirurgen empfehlen Helme für Babys bei Schädelverformung

Montag, 25. August 2014

Berlin – Immer mehr Babys haben lagerungsbedingt einen verformten Schädel. Die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) empfiehlt, ihre Kopfform durch eine individuelle und konsequente Helmtherapie zu korrigieren.

Häufig legen Eltern Neugeborene zum Schlafen gezielt auf den Rücken. Das soll das Risiko für den plötzlichen Säuglingstod verringern. Doch ein verformter Kopf ist nicht nur äußerlich auffällig, er geht oft auch mit einer frühzeitigen Abnutzung der Halswirbelsäule und Kiefergelenke einher. In Deutschland weist laut der Fachgesellschaft jedes 60. Baby eine lagerungsbedingte Kopfverformung auf.

Doch die Rückenlage verringert das Risiko eines sogenannten plötzlichen Kindstodes im Schlaf laut der DGKCH um 40 Prozent. „Deshalb sollten Eltern auch weiterhin dafür sorgen, dass ihr Säugling auf dem Rücken schläft“, sagte Guido Fitze, Chefarzt der Kinderchirurgie am Universitätsklinikum Dresden. Sei das Kind jedoch wach, sollten Eltern es von Anfang an abwechslungsreich auf beiden Seiten und vor allem auf dem Bauch lagern und auch in dieser Lage spielen lassen.

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„Das fördert die Beweglichkeit des Kopfes und den Muskelaufbau, außerdem verhindert es einseitige Liegegewohnheiten“, so Fitze. Sei der Schädel dennoch verformt, seien frühzeitige Krankengymnastik und Physiotherapie zunächst die Methode der Wahl. Bleibe der Kopf dennoch verformt, empfehlen Kinderchirurgen die sogenannte Helmtherapie.

„Der optimale Therapiebeginn liegt zwischen dem 4. und 6. Lebensmonat“, erläutert Harald Lochbihler, Leitender Oberarzt der Kinderchirurgischen Klinik am Klinikum Augsburg. In seiner Spezialsprechstunde behandelt er jährlich 40 bis 50 schwere Fälle mit einem maßangefertigten Helm. Im ersten Schritt erfasst er dazu die Form des Schädels dreidimensional mit einer Kamera und stellt die Abweichung vom Durchschnitt fest. Bis zum Abschluss der Therapie nach zwei bis sechs Monaten kontrolliert der Arzt regelmäßig den Erfolg, misst den Kopf aus und stellt den Helm gegebenenfalls neu ein.

Doch DGKCH-Vorstandsmitglied Fitze bedauert: „Trotz der nachgewiesenen Wirksamkeit bei schweren Fällen bezahlen viele Krankenkassen diese Leistung nicht“. Der Helm koste etwa 1.800 bis 2.000 Euro. © hil/aerzteblatt.de

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