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Medizin

Morbus Hodgkin: Vorzeitige Menopause durch Radio- oder Chemotherapie

Montag, 25. August 2014

London – Zu den Behandlungsfolgen beim Morbus Hodgkin kann bei jüngeren Frauen eine vorzeitige Menopause gehören. Das Risiko hängt laut einer Studie im Journal of the National Cancer Institute (2014; 106: dju207) im hohen Maß von der Ausdehnung der Strahlentherapie und der Art der Chemotherapie ab.

Aufgrund der hohen Empfindlichkeit gegenüber Strahlen- und Chemotherapie können heute die meisten Patienten mit Morbus Hodgkin geheilt werden. Die Spätfolgen der Therapie rücken deshalb vermehrt in den Focus der Forschung. Dazu gehört bei jüngeren Frauen eine vorzeitige Menopause.

Die „England and Wales Hodgkin Lymphoma Follow-up Group“ um Anthony Swerdlow vom Institute of Cancer Research in London, hat hierzu die Daten von 2.127 Frauen im Alter unter 36 Jahren ausgewertet, die zwischen 1960 und 2004 wegen eines Morbus Hodgkin behandelt wurden. Bei 695 Patienten kam es nach der Behandlung zur einer vorzeitigen Menopause.

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Das Risiko war insgesamt niedrig, wenn die Frauen eine Standardchemotherapie ohne Alkylanzien erhalten hatten und die Beckenregion von der Strahlentherapie ausgespart war. Von den Frauen, die nur eine Chemotherapie mit dem ABVD-Schema erhielten, wurden 1,4 Prozent vor dem 40. Lebensjahr menopausal. Erhielten sie eine Radio­therapie, die auf die Regionen oberhalb des Zwerchfells beschränkt war, betrug die Häufigkeit 3,0 Prozent.

Deutlich mehr, nämlich 49,1 Prozent der Frauen, kamen vor dem 40. Lebensjahr in die Menopause, wenn die Chemotherapie aus sechs oder mehr Zyklen mit Alkylanzien bestand. Eine Hochdosistherapie (BEAM) zur Vorbereitung auf eine Stammzelltherapie führte bereits bei 75,3 Prozent der jungen Patienten zu einer ovariellen Insuffizienz, und wenn die Ovarien durch die Strahlentherapie mit 5 Gray oder mehr belastet wurden, kam es bei 81,3 Prozent zu einer Menopause vor dem 40. Lebensjahr.

Aufgrund der großen Fallzahl konnte Swerdlow einen verlässlichen Risikokalkulator entwickeln, mit den die Therapiezentren die Frauen frühzeitig auf das bevorstehende Risiko vorbereiten können. © rme/aerzteblatt.de

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