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An Ebola erkrankter WHO-Mitarbeiter wird in Hamburg behandelt

Mittwoch, 27. August 2014

Ein Konvoi aus Feuerwehr- und Polizeifahrzeugen fährt am Haupteingang des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) an Medienvertretern vorbei dpa

Hamburg – Erstmals ist ein Ebola-Erkrankter aus Westafrika zur Behandlung nach Deutschland gebracht worden. Der Mitarbeiter der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) traf nach Angaben von Behörden und behandelnden Ärzten am Mittwoch per Flugzeug in Hamburg ein, wo er nun in einer Spezialabteilung des Universitätsklinikums Eppendorf (UKE) versorgt wird. Nach der Landung konnte er den Flieger selbstständig verlassen.

Es handle sich bei dem Patienten um einen für die WHO tätigen Arzt, sagte der stellver­tretende ärztliche Direktor des UKE, Christian Gerloff auf einer Pressekonferenz.  „Der Patient ist in einem Zustand, der tatsächlich auch hoffen lässt, dass er von unseren therapeutischen Optionen profitieren kann“, sagte der behandelnde Tropenmediziner Stefan Schmiedel.

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Patient konnte das Flugzeug selbstständig verlassen
„Darüber hinausgehende individuelle Informationen werden wir ihnen nicht liefern.“ Es gelte die ärztliche Schweigepflicht. Nach Angaben der Hamburger Gesundheitsbehörde war ein Spezialjet mit dem Patienten um 10 Uhr auf dem Flughafen Fuhlsbüttel gelandet. Der Mann sei in der Lage gewesen, das Flugzeug selbstständig zu verlassen, sagte Behördensprecher Rico Schmidt.

Der Patient, der laut WHO aus dem Senegal stammt und sich in Sierra Leone mit Ebola ansteckte, wurde in einem Isolations-Rettungswagen der Feuerwehr zum UKE gefahren. Der Transport habe „unter gewissen Sicherheitsmaßnahmen in Begleitung der Polizei“ stattgefunden, sagte Schmidt. Die Abläufe hätten sehr gut geklappt, eine Gefahr für Bevölkerung, Flughafenmitarbeiter oder Transportbegleiter habe nicht bestanden.

Zunächst keine experimentellen Medikamente
Nach Angaben der UKE-Ärzte stehen bei der Behandlung des Erkrankten zunächst die sogenannte Basisversorgung und Symptombekämpfung im Mittelpunkt. Dazu gehöre die Schmerz- und Fiebertherapie, sagte der leitende Tropenmediziner Stefan Schmiedel. „Wir glauben, dass durch diese einfachen Maßnahmen die Sterblichkeit der Ebola-Erkrankung deutlich gesenkt werden kann.“

Der leitende Arzt der Tropenmedizin im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Stefan Schmiedel (l), und der Direktor der Klinik für Inneres am UKE, Ansgar W. Lohse dpa

Über eine mögliche Behandlung des Patienten mit neuen, noch nicht zugelassenen Medikamenten wollte Schmiedel sich nicht äußern. Er werde nicht über Therapie­möglichkeiten spekulieren, die vielleicht niemals benötigt würden.

Auf der Sonderisolierstation im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) werden Patienten mit lebensbedrohlichen oder hochansteckenden Infektionskrankheiten betreut. „Wir treffen regelmäßige Vorbereitungen, um einen solchen Erkrankten zu behandeln“, sagt Klinikdirektor Ansgar Lohse. „Wir sind personell so gut ausgestattet, um auch über einen längeren Zeitraum eine Versorgung zu gewährleisten.“

Sonderisolierstation in einem abgetrennten Teil des Kinikums
Die Sonderisolierstation befinde sich in einem abgetrennten Teil des Krankenhauses, sagte der Sprecher der Hamburger Gesundheitsbehörde, Rico Schmidt. Es gelten strenge Sicherheitsregeln. Eine eigene Stromversorgung garantiert, dass die Maschinen auch im Notfall weiterlaufen. „Die Abteilung ist optisch eher vergleichbar mit einem Labor als mit einer normalen Krankenstation“, sagte Schmidt.

Verschiedene Schleusenkammern trennen den Außenbereich vom Inneren der Isolierstation. Im äußeren Teil können Ärzte und Pfleger Schutzkleidung anlegen. Über die innere Kammer kommen sie zum Patienten. Wenn sie den Behandlungsbereich verlassen, wird ihre Schutzkleidung in einer speziellen Dusche desinfiziert.

Die Schleusenbereiche stehen unter unterschiedlichem Druck. So kann Luft nur nach innen fließen, nicht in die umgekehrte Richtung. Das verhindert, dass Erreger nach außen gelangen.

50 Pflegekräfte und 30 Ärzte geschult
Für den Einsatz in der Sonderisolierstation wurden 50 Pflegekräfte und 30 Ärzte geschult. Bei der Betreuung gehen die Mediziner an ihre physischen Grenzen, sagte Schmiedel: „Sie sind erheblichen körperlichen Belastung durch das Arbeiten in Schutzanzügen ausgesetzt. Das ist unheimlich anstrengend.“

Die Kosten für die Behandlung des Ebola-Patienten aus Westafrika trägt die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO). Wie hoch die Therapiekosten sein könnten, ist nach UKE-Angaben bisher jedoch völlig unklar. Ob es weitere Anfragen gibt, Ebola-Patienten in Hamburg zu versorgen, wollten Vertreter des UKE nicht sagen. © afp/dpa/aerzteblatt.de

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