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Stress kann Sehstörungen auslösen

Mittwoch, 27. August 2014

Berlin – Auf die Retinopathia centralis serosa hat die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) hingewiesen. Es gibt laut der Fachgesellschaft deutliche Hinweise, dass diese „Managerkrankheit“ des Auges durch zu viel Stress im Privatleben oder am Arbeitsplatz ausgelöst wird. Wenn ein grauer Fleck im Gesichtsfeld erscheint, Gegenstände verzerrt gesehen werden, das Lesen schwerfällt und die Farben nicht mehr stimmen, sollten Betroffene den Augenarzt aufsuchen.

„Typischerweise sind es jüngere Männer unter 50 Jahren, die wegen neu aufgetretener Sehstörungen in die Sprechstunde kommen“, berichtet Johann Roider, Präsident der DOG und Direktor der Klinik für Augenheilkunde am Campus Kiel des Universitäts­klinikums Schleswig-Holstein. Auf den Augenarzt wirkten die Betroffenen oft jung und dynamisch, ehrgeizig und ungeduldig.

Die augenärztliche Untersuchung ergebe häufig nur eine leichte Weitsichtigkeit. Oft gelinge die Diagnose nur mit einem Spezialgerät, der optischen Kohärenztomographie (OCT), bei der ein diagnostischer Laserstrahl die Retina abtastet. Dieser zeige, dass sich die Netzhaut an manchen Stellen leicht angehoben habe. „Darunter sind häufig Flüssigkeitsansammlungen zu erkennen“, so Roider. In schweren Fällen komme es zu Mikrorissen und zum Austritt der Flüssigkeit in den Augapfel.

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„Untersuchungen zeigen, dass viele Patienten eine sogenannte Typ-A-Persönlichkeit haben, die mit erhöhter Konzentration des Stresshormons Cortisol im Blut einhergeht“, erläutert Roider. Örtlich begrenzte Schrankenstörungen an der Grenzsicht führten dazu, dass sich dort die Netzhaut vom Untergrund ablöse, führt der DOG-Experte aus. Ebenso könnten örtlich begrenzte Minderdurchblutungen der Aderhaut eine Ursache sein. Weitere Ursachen wie genetisch bedingte Anfälligkeit oder eine Infektion mit dem Magenkeim Helicobacter pylori seien in der Diskussion.

Die meisten Patienten erholen sich bald wieder von den Sehstörungen. „Die Retinopathia centralis serosa hat eine hohe Spontanheilungsquote“, berichtet Roider. Eine Erkrankungsepisode dauere in der Regel drei bis sechs Monate. Bei einigen Patienten kommt es jedoch immer wieder zu Rückfällen. Diesen Patienten empfiehlt die DOG eine Laserbehandlung oder eine sogenannte low fluence Photodynamische Therapie (PDT). Dabei versiegelt der Augenarzt die Netzhaut durch Laserlicht mit dem Untergrund. Diese Behandlung ist laut der Fachgesellschaft Standard bei Netzhautablösungen. © hil/aerzteblatt.de

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