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Medizin

Salmo­nellen-Ausbrüche in mehreren EU-Ländern durch kontaminierte Eier aus Bayern

Mittwoch, 27. August 2014

Stockholm/Parma – Ein Eierproduzent in Bayern war Ausgangspunkt für eine aktuelle Salmonellen-Epidemie, die in den letzten Wochen zu Erkrankungen in mehreren europäischen Ländern geführt hat. Darauf weisen die beiden EU-Behörden ECDC und EFSA in einem „Rapid Outbreak Assessment“ hin.

Als erstes hatte das „Institut de veille sanitaire“, das französische Pendant zum Robert Koch-Institut, Alarm geschlagen. Zwischen dem 23. Juni und dem 21. Juli waren in Ostfrankreich 45 Personen (davon 16 bestätigte Fälle) an einer Salmonellose erkrankt. Die Befragungen ergaben, dass alle Eier in Läden derselben Supermarktkette gekauft hatten, um daraus Speisen wie Eis, Tiramisu, Mayonnaise oder Mousse au chocolat zu fertigen, in denen sich Salmonellen aufgrund der fehlenden Hitzegarung leicht vermehren können. Die Spur führte zurück zu einem (nicht beim Namen genannten) Eierproduzenten in Bayern.

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Auf eine Anfrage über das Netzwerk EPIS („Epidemic Intelligence Information System“) meldete sich das Ge­sund­heits­mi­nis­terium in Österreich, das derzeit einen Ausbruch von 61 Fällen untersucht, zu denen es seit dem 14. Juni in Tirol gekommen war. Alle Erkran­kungen wurden durch den ungewöhnlichen Phagentyp (PT) 14b von Salmonella enteritidis ausgelöst. Die Recherchen führten über die Küchen von Pflegeheimen und Bringdiensten erneut zu dem Eierproduzenten in Bayern. Inzwischen sind in Österreich 16 weitere Fälle bekannt geworden.

Auch dem Robert Koch-Institut in Berlin wurden seit Juni insgesamt 24 Salmonellen-Erkrankungen mit PT 14b gemeldet, davon 17 aus Bayern. Ein Isolat stammte von einem asymptomatischen Träger mit einer epidemiologischen Verbindung zum Eierproduzenten. Auch in Luxemburg hat es eine Erkrankung (bei einem Franzosen) gegeben, und Public Health England meldete, dass dort 247 Erkrankungen durch PT 14b aufgetreten sind.

Eine Verbindung zu dem Eierproduzenten in Bayern konnte hier, bisher nicht hergestellt werden. Dort wird gerade das Genom des Erregers sequenziert. Dass die kontinental-europäischen Fälle eine gemeinsame Quelle haben, wird auch durch eine MLVA-Typi­sierung nahegelegt, die präziser ist als die Phagen-Typisierung. Alle Salmonellen hatten denselben MLVA-Typ 2-12-7-3-2.

Laut dem Bericht von ECDC (European Centre for Disease Prevention and Control) in Stockholm und EFSA (European Food Safety Authority) in Parma sind keine kontaminierten Eier mehr auf dem Markt. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass weitere Erkrankungen bekannt werden.

Die Salmonellen sind nach Campylobacter jejuni die zweithäufigsten Auslöser von Lebensmittelvergiftungen in Deutschland. Im 2013 wurden dem Robert Koch-Institut insgesamt 18.986 Salmonellosen übermittelt. Es wurden 356 Ausbrüche identifiziert. Die quantitative Bedeutung des Ausbruchs ist deshalb vermutlich gering. Er zeigt jedoch, dass Krankheitserreger aus einer singulären Quelle aufgrund des großräumigen Handels schnell an unterschiedlichen Orten auftreten können. Die neuen Möglichkeiten der Typisierung können es erleichtern, die Zusammenhänge zu erkennen. © rme/aerzteblatt.de

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